Grossaktionäre im Gespräch Volkswagen hat Interesse an Fiat-Übernahme

Der Volkswagen-Konzern steht vor dem nächsten großen Coup. Auf Großaktionärsebene finden bereits Gespräche über eine Übernahme von Fiat statt. In einer Integration von Chrysler sieht Volkswagen einen möglichen Lösungsansatz für die eigenen US-Probleme.
Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch: Gespräche mit Familie Agnelli

Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch: Gespräche mit Familie Agnelli

Foto: Boris Roessler/ dpa

Hamburg - Der Volkswagen-Konzern lotet die Chancen auf eine Übernahme oder Teilübernahme des italienisch-amerikanischen Konkurrenten Fiat Chrysler aus. Volkswagen-Großaktionär Ferdinand Piëch, die Familien Elkann und Agnelli als Fiat-Haupteigner sowie deren Unterhändler hätten dazu bereits diverse Gespräche geführt, berichtet das manager magazin in seiner aktuellen Titelgeschichte (Erscheinungsdatum: Freitag, 18. Juli).

Die Italiener würden sich künftig gern auf die Sportwagenmarke Ferrari konzentrieren, heißt es in Konzernkreisen. Sie wollten sich fast komplett aus dem Automobilgeschäft zurückziehen. Volkswagen  hatte wiederholt Interesse an den Fiat-Marken Alfa Romeo und Ferrari signalisiert. Inzwischen geht es in den Gesprächen nach Informationen des manager magazins jedoch vor allem um Chrysler.

Fiat  hatte Chrysler erst im Januar komplett übernommen. Volkswagen hat große Probleme, VW-Modelle in den USA erfolgreich zu vermarkten. Die Konzernspitze erhoffe sich von einer Chrysler-Übernahme eine Lösung der VW-Probleme in Nordamerika. So könne VW unter anderem von Chryslers engmaschigem Händlernetz sowie von den erfolgreichen Geländewagen und Pick-ups der Amerikaner profitieren.

Einer Einigung stünden jedoch noch diverse Hindernisse entgegen, heißt es in Konzernkreisen. So lägen die Preisvorstellungen noch deutlich auseinander, und Fiat-Chef Sergio Marchionne verfolge parallel andere strategische Optionen. Zudem erwäge die Volkswagen-Spitze nach den Käufen von Scania  und MAN  mittelfristig auch Übernahmen weiterer Lkw-Hersteller. Alles gleichzeitig sei jedoch kaum finanzierbar, berichten Topmanager.

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