Samstag, 25. Mai 2019

Grundsatzeinigung im Dieselskandal, aber VW-Chef Müller muss jetzt diese Frau fürchten

EU-Justizkommissarin Vera Jourova

VW will im Dieselskandal US-Privatklägern eine "erhebliche Entschädigung" zahlen. In Europa aber sollen geschädigte Kunden leer ausgehen. EU-Justizkommissarin Jourova will das nicht hinnehmen - und gibt VW-Chef Müller noch gut einen Monat Zeit.

Im VW -Dieselskandal fordert EU-Justizkommissarin Vera Jourova erneut eine Entschädigung der 8,5 Millionen betroffenen Kunden in Europa. "Eine europaweite Informationskampagne und ein Ersatzwagen während der Reparaturphase sind nicht genug", sagte sie der Zeitung "Die Welt".

In den USA und Kanada zahle Volkswagen Milliarden für die Entschädigung der Kunden. "Ich vermisse aber immer noch einen Extra-Bonus oder eine freiwillige Kompensation für die europäischen Kunden." Es gehe um eine faire Behandlung von Verbrauchern in der Europäischen Union. "Ich werde mich Anfang Februar mit dem VW-Vorstandsvorsitzenden (Matthias) Müller treffen und bis dahin erwarte ich, dass sich VW in dieser Frage bewegen wird", sagte die EU-Kommissarin für Justiz- und Verbraucherschutzfragen.

Zahlreiche Autobesitzer klagen wegen überhöhter Stickoxidwerte auf Rückabwicklung des Kaufs oder Schadensersatz. Eine Entschädigung der Kunden in Europa lehnt VW jedoch nach wie vor ab. Sollte diese dennoch fällig werden, könnte das Volkswagen finanziell das Genick brechen, fürchten Experten.

Zudem forderte Jourova von dem Wolfsburger Konzern eine Versicherung, dass die Autos auch vereinbarungsgemäß repariert werden. VW habe sie darüber informiert, dass nun ungefähr 7,8 Millionen von insgesamt 8,5 Millionen Autos repariert werden. "Diese Zusage betrifft allerdings nicht mehrere Skoda-Modelle. VW muss seine Anstrengungen verstärken und sicherstellen, dass bis Herbst 2017 auch tatsächliche alle Autos repariert werden." Sollte dies nicht der Fall sein, werde die Brüsseler Behörde mit den nationalen Verbraucherschutzbehörden weitere Schritte einleiten.

In den USA indes ist Volkswagen seinem Ziel, den Dieselskandal zu bewältigen, durch eine Grundsatzvereinbarung mit US-Privatklägern ein Stück näher gekommen ...

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