Autonomes Fahren Volkswagen entscheidet sich für Qualcomm-Chips

Als letzter deutscher Autobauer hat sich nun auch Volkswagen auf eine langjährige Chipkooperation beim autonomen Fahren festgelegt. Der Deal hat einen Umfang von mehr als einer Milliarde Euro.
Problemsparte Cariad: Inzwischen stellen auch die Familien Porsche und Piëch kritische Fragen an VW-Chef Herbert Diess

Problemsparte Cariad: Inzwischen stellen auch die Familien Porsche und Piëch kritische Fragen an VW-Chef Herbert Diess

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der Autokonzern Volkswagen bindet sich bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens langfristig an den US-Chipkonzern Qualcomm. VW werde den speziell für das automatisierte Fahren entwickelten "System on Chip" (SoC) von Qualcomm ab 2026 weltweit über alle Marken hinweg einsetzen, berichtet die Zeitung "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Der Deal mit einer Laufzeit bis 2031 koste Volkswagen mehr als eine Milliarde Euro. VW wollte den Bericht nicht kommentieren. Insider bestätigten manager magazin die Informationen. Konzernchef Herbert Diess (63) sei deshalb Ende vergangener Woche zu letzten Gesprächen in der Qualcomm-Zentrale in San Diego gewesen.

Qualcomm soll die Chips nach mm-Informationen speziell auf Volkswagen-Bedürfnisse anpassen. Der Auftrag ist Teil einer breit angelegten Rettungsaktion von Konzernchef Herbert Diess (63) für Cariad. Diess ist seit Anfang des Jahres für den größten Problemfall im Konzern  verantwortlich und muss liefern. Da die Software nicht richtig funktioniert, hinken beispielsweise Porsches neuer Macan und ein bauähnlicher Audi ihrem Zeitplan hinterher.

Bisher galt die Intel-Tochter Mobileye als Favorit für eine Zusammenarbeit mit VW, da beide Unternehmen bereits bei Fahrassistenzsystemen kooperieren. Erst Anfang März war Konzernchef Diess bei dem Softwarespezialisten in Israel und testete dort einen autonom fahrenden Prototypen. Nach Informationen von manager magazin laufen die Gespräche mit Mobileye auch weiter. Die Kooperation mit dem isralischen Unternehmen könne schon früher beginnen. Mobileye könne Technik für die von Porsche und Audi entwickelt Premium-Elektroplattform PPE liefern, berichten Beteiligte.

Die Wolfsburger haben sich nun als letzter großer deutscher Autokonzern auf eine langjährige Chipkooperation festgelegt. BMW hat ebenfalls eine Vereinbarung mit Qualcomm geschlossen, Mercedes-Benz setzt dagegen auf den US-Chiphersteller Nvidia.

mg/Reuters