Elektroautos in Emden und Hannover Volkswagen will Beschäftigungsgarantien verlängern

VW-Werk in Emden: Die Produktion des Passat soll offenbar nach Tschechien verlagert werden, dafür soll in Emden ein neues Elektroauto produziert werden

VW-Werk in Emden: Die Produktion des Passat soll offenbar nach Tschechien verlagert werden, dafür soll in Emden ein neues Elektroauto produziert werden

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Die Beschäftigten in den Volkswagen-Werken Emden und Hannover bekommen wegen der Umstellung auf Elektrofahrzeuge offenbar eine längeren Beschäftigungsgarantie. Die mehr als 20.000 VW-Mitarbeiter der beiden Standorte erhielten eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028, berichten das "Handelsblatt", die "Emder Zeitung" und die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch unter Berufung auf Informationen aus Konzernkreisen.

Bislang gilt ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die VW-Belegschaft in Deutschland bis 2025. Die Mitarbeiter in Emden und Hannover seien über die neue Vereinbarung am Mittwoch in Betriebsversammlungen informiert worden. Unternehmens- und Betriebsratssprecher von Volkswagen wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die beiden Standorte sollen nach einem Plan von VW-Chef Herbert Diess, über den am Freitag der Aufsichtsrat entscheidet, neben dem Werk Zwickau auf den Bau von Elektroautos umgestellt werden. Da der Verkaufserfolg der Stromer aber unsicher ist, handeln die Betriebsräte Beschäftigungsgarantien aus.

In Emden soll Billig-Stromer gebaut werden

Anfang November war bekanntgeworden, dass Volkswagen  eine Neuausrichtung seines Werkes in Emden plant. In der Fabrik mit rund 9000 Beschäftigten werden die Modelle Passat und Arteon produziert. Die Passat-Produktion wird voraussichtlich in ein Skoda-Werk nach Tschechien verlagert.

In Emden sollen dann jährlich 200.000 Stück des intern "MEB entry" genannten Einstiegs-Stromers gebaut werden. Das wäre in etwa das Produktionsvolumen, das Teslas deutlich teureres Model 3 aktuell erreicht. Das neue Elektroauto soll unter 20.000 Euro kosten und die Größe eines VW Polo haben, wie die Financial Times und mehrere Nachrichtenagenturen unter Verweis auf Konzernkreise berichten. Daneben soll in Emden jährlich auch 100.000 Stück des Elektro-Mittelklassewagens I.D. Aero vom Band rollen.

In Hannover soll der elektrische Bulli-Nachfolger I.D. Buzz mit einer Stückzahl von mehr als 100.000 Einheiten jährlich gebaut werden. Das Werk, in dem unter anderem der Transporter T6 vom Band rollt, soll in den nächsten Jahren weitere Elektrofahrzeuge bekommen, darunter Insidern zufolge auch den Lounge SUV und den I.D. Cargo.


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Die endgültige Entscheidung über künftige Investitionen und strategische Weichenstellungen wird am kommenden Freitag der Volkswagen-Aufsichtsrat treffen. Hintergrund der Neuausrichtung ist die sinkende Nachfrage nach Limousinen - wie eben nach dem Passat. Dies trifft vor allem das Werk Emden und hat wiederholt zu Kurzarbeit geführt.

mg/rtr, dpa-afx
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