Montag, 23. September 2019

Volkswagen e-Up soll BMWs i3 attackieren

e-Up von Volkswagen: 160 Kilometer Reichweite

Wolfsburgs Antwort auf den i3 heißt e-Up. Der kleine Elektroflitzer soll BMW Käufer abjagen: Mit dem Smart von Daimler, dem e-Up von VW und dem i3 von BMW kommen nun Modelle zwischen 24.000 und 35.000 Euro auf den Markt.

Wolfsburg - Im Kampf um die ersten Kunden für das rein batteriebetriebene Fahren hat Volkswagen der Konkurrenz aus München eine Kampfansage gemacht. "Wir positionieren den e-Up auch gezielt gegen den BMW i3", sagte der Konzernbeauftragte für die Elektroantriebe bei VW, Rudolf Krebs, in Wolfsburg.

VW wird die Elektrovariante seines Kleinwagens Up nächste Woche auf der Weltleitmesse IAA vorstellen - dort ist auch der i3 von BMW zu sehen.

Der e-Up kostet mit einem Einstiegspreis von rund 27.000 Euro fast dreimal so viel wie die günstigste Variante des Ups mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Und trotzdem ist diese Marke eine Art Kampfpreis gegenüber dem Münchener Konkurrenten BMW. Der i3 startet erst bei 35.000 Euro.

Daimlers Elektro-Smart ist zwar ab knapp 24.000 Euro zu haben, hat aber nur zwei Sitze. Der e-Up hat eine Reichweite von höchstens 160 Kilometern mit einer Ladung. Damit liegt der e-Up auf Augenhöhe mit dem i3.

VW: 100.000 verkaufte E-Autos in 2018

E-Auto-Experte Krebs sieht rein batteriebetriebene Fahrzeuge absehbar kaum aus ihrer Nische kommen. 2018 sei es realistisch, dass ein Drittel aller konzernweit abgesetzten Autos, die einen Ladestecker haben, rein elektrisch sind.

Der Rest entfalle auf Hybride, die herkömmliche Verbrennungsmotoren mit neuen E-Antrieben kombinieren. Volkswagen rechnet früheren Angaben zufolge damit, dass drei Prozent des Konzernabsatzes 2018 einen Ladestecker haben werden. Auf Basis des Absatzziels der zehn Millionen für 2018 wären das 300.000 Autos, ein Drittel davon wären 100.000 E-Fahrzeuge.

Krebs betonte, dass es sich bei seiner Einschätzung nicht um eine Konzernplanung handele. "Das ist meine persönliche Meinung, eine reine Schätzung", sagte er. Konzernchef Martin Winterkorn hatte sich vor einigen Wochen ähnlich geäußert. "Die reinen Elektrofahrzeuge wie der E-Up oder der E-Golf werden zunächst wohl eher Zweitwagen bleiben oder in Fuhrparks eingesetzt."

In Zeiten des endlichen Öls und immer strikterer EU-Abgasvorgaben für die Hersteller ist die E-Mobilität ein Top-Zukunftsthema für die Autobauer hierzulande, an denen Hunderttausende Arbeitsplätze hängen. Doch wie groß der Markt für E-Autos wird, ist noch völlig unklar. Die teuren Batterien und relativ geringe Reichweiten sind Hemmschuhe.

Index Elektromobilität: Auto paradox - besser, billiger, weniger

mahi/dpa

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