Freitag, 24. Mai 2019

Volkswagen-Töchter Keine Mehrheit im VW-Aufsichtsrat für Ducati-Verkauf

Ducati "Monster": Das Modell prägt das Erscheinungsbild von Ducati seit Jahren

Volkswagen-Konzernchef Müller hatte angekündigt, im Zuge des VW-Umbaus nach dem Dieselskandal die Beteiligungen zu überprüfen. Doch hat das Management für den geplanten Verkauf der Motorradtochter Ducati und des Getriebeherstellers Renk weiter keine Mehrheit im Aufsichtsrat.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns halten an Ducati, Renk und auch am Motorenbauer MAN Diesel & Turbo fest. "Jeder, der die Halbjahreszahlen des Volkswagen-Konzerns lesen kann, sollte wissen: Wir brauchen kein Geld, und unsere Töchter sind deshalb auch nicht für Schnäppchenjäger zu haben", sagte ein Sprecher des Konzernbetriebsrates am Samstagabend der Nachrichtenagentur Reuters. "Ein Verkauf wird nicht stattfinden."

Die Arbeitnehmer besetzen in dem 20-köpfigen Kontrollgremium die Hälfte der Sitze. Konzernkreisen zufolge sind auch die Eigentümerfamilien Porsche und Piech gegen einen Verkauf von Ducati und Renk. Sie verfügen über vier Sitze im Aufsichtsrat. Ein Sprecher ihrer Holdinggesellschaft Porsche SE lehnte einen Kommentar ab.

Schon im April hatte der Betriebsrat von Volkswagen sich gegenüber manager-magazin.de gegen einen möglichen Verkauf des Motorradherstellers ausgesprochen und vor "unverantwortlichen Verunsicherung von Belegschaften" gewarnt. (Lesen Sie dazu im aktuellen Heft: Das Ducati-Debakel und VWs neuer größerer Verkaufsplan .)

Konzernchef Matthias Müller hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, im Zuge des VW-Umbaus nach dem Dieselskandal die Beteiligungen des Unternehmens zu überprüfen. Für Ducati gibt es bereits zahlreiche Interessenten, darunter die italienische Industriellenfamilie Benetton.

VW hatte am Donnerstag die Quartalsbilanz vorgestellt und konnte den Betriebsgewinn mehr als verdoppeln. Allerdings lasten neben dem Abgasskandal auch die neuen Kartellvorwürfe auf dem Konzern.

rei/Reuters

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