Donnerstag, 23. Januar 2020

Taktische Fallstricke vor Regierungswechsel Wie Volkswagen um seinen Milliarden-Vergleich in den USA ringt

An ihm hängt es: VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz
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An ihm hängt es: VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz

7. Teil: Und wenn es nicht klappt?

Dann kommen Donald Trump und die neuen Beamten. Dass das wirklich schlechter wäre für Volkswagen, bezweifeln viele in Washington. Auch wenn der neue Präsident Amerika laut seiner Wahlkampfparole "wieder großartig" machen will und im Zweifel eher zugunsten von Ford und GM als von VW und Audi entscheiden dürfte. Die bisher von ihm benannten Personen lassen nicht unbedingt einen härteren Kurs gegen Umweltsünder erwarten.

Neuer Justizminister wird Jeff Sessions, bisher als Senator für Alabama in Washington aktiv, bekennender Ignorant des Klimawandels und - auch das nicht unbedingt ein Nachteil für Volkswagen - politisch eng befreundet mit Bob Conker, dem Senator des Bundesstaats Tennessee. Dort baut VW die US-Variante des Mittelklassemodells Passat und beginnt in diesen Tagen die Produktion des Atlas, eines großen Bruders des SUVs Tiguan.

Der von Trump für den Vorsitz der Umweltbehörde EPA nominierte Scott Pruitt hat als Justizminister von Oklahoma sogar gleich mehrfach EPA-Entscheidungen angefochten - weil sie ihm, nur leicht verallgemeinert, zu hart waren.

Und dennoch: Volkswagen-Chef Müller und auch sein Chefunterhändler Garcia-Sanz wollen nicht länger warten. Sie wollen Gewissheit - und nicht eine vage Hoffnung auf eine möglicherweise geringere Strafe. Und es sieht so aus, als wären die Aussichten in den vergangenen Tagen deutlich besser geworden.

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