Donnerstag, 23. Januar 2020

Taktische Fallstricke vor Regierungswechsel Wie Volkswagen um seinen Milliarden-Vergleich in den USA ringt

An ihm hängt es: VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz
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An ihm hängt es: VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz

5. Teil: Warum die Hoffnung?

Auch die zuständigen Beamten wollten diesen spektakulären Fall vor dem Regierungswechsel abschließen, heißt es in Washington. Sie könnten damit ihre Vita schmücken und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Beobachter in Washington weisen zudem darauf hin, dass das Justizministerium in den vergangenen Wochen einige für die betroffenen Unternehmen eher freundliche Deals abgeschlossen hat - ebenfalls vor allem, um die Fälle nicht in die Trump-Präsidentschaft zu verschieben.

Das Ministerium zögert die Einigung bislang wohl auch deshalb hinaus, weil die mit den Ermittlungen bei Volkswagen beauftragte Anwaltskanzlei Jones Day noch keinen Abschlussbericht vorgelegt hat. Selbst in Washington gibt es Regierungskreisen zufolge mittlerweile Unwillen darüber, dass die Kanzlei zwar immer neue Berichte abliefere, darin aber kaum noch wirklich relevante Ergebnisse liefere. Gleichzeitig fürchteten die Beamten jedoch, dass Jones Day doch noch wichtiges Belastungsmaterial liefere - und sie den Deal dann zu früh abgeschlossen hätten.

Die mögliche Lösung: Die US-Seite scheint bereit, die Untersuchungen gegen das Unternehmen von den Untersuchungen gegen einzelne Manager zu trennen. So könnte der Fall Volkswagen AG unter Umständen abgeschlossen werden; und möglicherweise betroffene VW-Topleute blieben im Feuer.

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