Dienstag, 28. Januar 2020

Taktische Fallstricke vor Regierungswechsel Wie Volkswagen um seinen Milliarden-Vergleich in den USA ringt

An ihm hängt es: VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz
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An ihm hängt es: VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz

3. Teil: Worum geht es in Washington?

Es geht in erster Linie um die Strafe, die die USA gegen den Volkswagen-Konzern verhängen. Die Höhe dieser Strafe ist kaum abzuschätzen. Irgendwo zwischen zwei und sechs Milliarden Dollar werde die Poenale liegen, wird in Wolfsburg erwartet. Zuletzt hieß es, der Trend deute auf eine Strafe im niedrigen Bereich dieses Bandes. VW könnte demnach davon profitieren, dass der auf US-Seite verantwortliche Ankläger John Cruden als einigermaßen besonnen gilt und sich - nach Einschätzung von US-Juristen - im Rahmen bisheriger Strafen bewegen möchte. BP hatte zum Beispiel nach der Havarie der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 5,5 Milliarden Dollar Strafe gezahlt.

Vereinbart werden könnte in Washington auch ein Deferred Prosecution Agreement. Auch Daimler und Siemens schlossen solche Verträge mit den USA. In beiden Fällen ging es um Korruptionsfälle. Die Unternehmen stellen sich bei solchen Vereinbarung für meist zwei oder drei Jahre unter die Aufsicht sogenannter Monitore. Spezielle Beauftragte prüfen in dieser Bewährungsphase im Auftrag der US-Regierung, ob das Management die Konzerne wirklich säubert und für eine neue Unternehmenskultur sorgt.

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