Absatz weltweit sinkt Chipmangel hat Volkswagen fest im Griff

Volkswagen kommt nicht aus dem Tief: Im Februar fielen die Autoverkäufe weltweit deutlich. Auch auf dem größten Markt China muss der Konzern Federn lassen – gegen den Branchentrend.
Volkswagen China: Auf dem weltgrößten Markt hat der Volkswagen-Konzern im Februar weniger Autos abgesetzt

Volkswagen China: Auf dem weltgrößten Markt hat der Volkswagen-Konzern im Februar weniger Autos abgesetzt

Foto: VCG / IMAGO

Der anhaltende Mangel an Halbleitern macht Volkswagen weiter zu schaffen. Im Februar sanken die weltweiten Auslieferungen um 16,7 Prozent auf 542.900 Fahrzeuge, teilte der Konzern am Freitag mit. Dabei schrumpfte der Absatz in Nordamerika um 16 Prozent, in Westeuropa um rund elf Prozent. Auf dem größten Markt in China setzte der Volkswagen-Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 14 Prozent weniger Autos ab - während der chinesische Markt selbst im Februar kräftig zulegte.

Am stärksten waren die Volumenmarken VW, Skoda und Seat betroffen, während der Rückgang bei der Oberklasse-Tochter Audi weniger stark ausfiel. Auch Porsche ließ bei den Auslieferungen kräftig Federn. Seit Jahresbeginn sanken die Auslieferungen des Konzerns um 15,9 Prozent auf rund 1,2 Millionen Fahrzeuge.

Experten rechnen damit, dass sich die Chipversorgung in den nächsten Monaten entspannen wird. Nun bereiten den Wolfsburgern andere Lieferengpässe Probleme: Wegen des Kriegs in der Ukraine fehlen Kabelbäume, die jedes Auto benötigt. VW musste deswegen bereits an mehreren Standorten die Produktion drosseln.

Während Volkswagen in China also Federn lassen musste, ist der chinesische Automarkt insgesamt weiter auf dem Weg der Besserung. Im Februar setzten die Hersteller in der Volksrepublik mit 1,74 Millionen Stück rund 19 Prozent mehr Fahrzeuge ab als ein Jahr zuvor, teilte der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) am Freitag in Peking mit. Bei den Autos ergab sich ein Plus von knapp 28 Prozent auf 1,49 Millionen Stück.

Vor allem Elektroautos in China stark gefragt

Insbesondere alternative Antriebe wie vor allem Elektroautos konnten zulegen und verkauften sich fast dreimal so gut wie vergangenes Jahr. Im Januar und Februar kommt es in China häufiger zu größeren Schwankungen bei den Zahlen, je nachdem wie das Neujahrsfest fällt, um welches die Wirtschaftstätigkeit für teils mehr als eine Woche deutlich heruntergefahren wird.

Der Aufwärtstrend zeigte sich aber auch über die ersten beiden Monate, in denen der Fahrzeugabsatz um 7,5 Prozent auf 4,3 Millionen Stück anzog. Zuvor war die Zahl der verkauften Fahrzeuge monatelang gefallen. Die Zahl der an Hersteller verkauften Pkw stieg in den ersten beiden Monaten des Jahres um gut 14 Prozent auf 3,7 Millionen.

Der Herstellerverband CAAM misst den Großhandelsabsatz der Hersteller an die Händler. Auch der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association), der den Verkauf von Pkw an die Endkunden misst, hatte für Februar von einem Aufschwung berichtet. Den PCA-Zahlen zufolge legten die Auslieferungen erstmals seit Mai 2021 wieder zu und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf knapp 1,3 Millionen Stück. Dass der Zuwachs im Verkauf an die Händler deutlich höher war, könnte auf einen Lageraufbau bei diesen hindeuten.

rei/Reuters/DPA