33 Prozent Absatzminus Chipmangel bremst Volkswagen aus

Die Chipkrise bringt Volkswagen immer stärker in Bedrängnis, sie trifft inzwischen auch die Premiummarken Audi und Porsche. Nur die Luxusmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti setzten im Oktober mehr Autos ab.
Zieht Blicke an: Doch selbst die Nobelmarke Porsche musste im Oktober ein Absatzminus verbuchen - im mit Abstand wichtigsten Automarkt China verbuchte Volkswagen-Konzern mit allen Marken ein Minus von 37,2 Prozent

Zieht Blicke an: Doch selbst die Nobelmarke Porsche musste im Oktober ein Absatzminus verbuchen - im mit Abstand wichtigsten Automarkt China verbuchte Volkswagen-Konzern mit allen Marken ein Minus von 37,2 Prozent

Foto: JASON LEE/ REUTERS

Die Marken des Volkswagen-Konzerns haben auch im Oktober insgesamt deutlich weniger Fahrzeuge verkaufen können als vor einem Jahr. Nach Angaben der Wolfsburger vom Freitag gingen die Auslieferungen verglichen mit demselben Monat 2020 um gut ein Drittel (33,5 Prozent) auf weltweit 600.900 Stück zurück. Damit setzte sich der Negativtrend eines vor allem wegen der Chip-Lieferkrise schwächeren Geschäfts fort.

Betrachtet man den ganzen Zeitraum seit Anfang dieses Jahres, liegt Europas größte Autogruppe mit einem leichten Zuwachs von 2,0 Prozent noch knapp im Plus. Insgesamt brachte Volkswagen von Januar bis Oktober weltweit 7,55 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden.

Die Branche produziert und verkauft derzeit weit unter ihren Möglichkeiten, weil fast überall Halbleiterbauteile fehlen. Anhaltende Kurzarbeit ist die Folge. Oft werden halb fertige Autos zwischengelagert, bis sie sich nachrüsten und ausliefern lassen.

Unter den einzelnen Vertriebsregionen bei VW entwickelte sich zuletzt Mittel- und Osteuropa besonders schlecht (minus 44,3 Prozent). Aber auch im Heimatmarkt Westeuropa (minus 40,2) und im mit Abstand wichtigsten Automarkt China (minus 37,2 Prozent) waren die Rückgänge im Oktober beträchtlich. In der Volksrepublik sackten die Verkäufe inzwischen auch über den gesamten bisherigen Jahresverlauf ab.

Nur Luxusmarken verkaufen im Oktober mehr Autos

Steigende Verkäufe im Volkswagen-Markenreich konnten zuletzt nur noch die drei kleinen Luxusanbieter Bentley, Lamborghini und Bugatti melden. Zusammengefasst als einziger Bereich verbuchten sie im Oktober bei den Verkäufen ein Plus von 4,9 Prozent. Porsche verkaufte 21.600 Autos und damit 7,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Am größten war der Einbruch bei Skoda - um mehr als die Hälfte (52 Prozent). Die Kernmarke VW Pkw lieferte im Oktober 30,7, Audi knapp 40 und Seat gut 37 Prozent weniger Autos aus.

Volkswagen baut die knappen Halbleiter vor allem in margenstarke Autos ein, um die Folgen des Verkaufsrückgangs beim Gewinn möglichst gering zu halten. Trotzdem war der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen im von der Chipkrise besonders betroffenen dritten Quartal um zwölf Prozent gefallen. Wenn nun auch Premiummarken von der grassierenden Chipknappheit in Mitleidenschaft gezogen werden, könnte sich das stärker auf den Ertrag auswirken, befürchten Experten.

rei/dpa-afx, Reuters
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