Mittelfristige Finanzziele Volkswagen will 2022 wieder auf Vorkrisen-Niveau sein

Der Volkswagen-Vorstand lässt sich durch die Corona-Krise in seiner mittelfristigen Planung nicht beirren – er bekräftigt seine Ziele bis 2025. Bei der Trennung von Lamborghini und Ducati in Italien geht es offenbar voran.
Zuversichtlich: Volkswagen-Chef Herbert Diess hält an seinen Zielen trotz Krise fest

Zuversichtlich: Volkswagen-Chef Herbert Diess hält an seinen Zielen trotz Krise fest

Foto: Swen Pförtner / dpa

Der Volkswagen-Konzern will sich auf mittlere Sicht bei seinen Finanzzielen von der Corona-Krise nicht aus der Bahn werfen lassen. Der weltgrößte Autobauer blieb nach der Planungsrunde für die kommenden fünf Jahre bei seinen strategischen Zielen für 2025, wie das Unternehmen am Montag in Wolfsburg mitteilte. "Ich bin optimistisch, dass wir dieses Jahr ordentlich abschließen", sagte VW-Chef Herbert Diess (62) am Montag in einer Telefonkonferenz. "2022 dürften wir dann wieder auf Vorkrisenniveau sein." 2021 werde ein Übergangsjahr mit einer deutlichen Erholung bei Auslieferungen und Umsatz gegenüber dem laufenden Jahr, sagte Finanzchef Frank Witter (61).

"Optimistisch, dass wir dieses Jahr ordentlich abschließen"

Volkswagen-Chef Herbert Diess

Konkret rechnet VW im Jahr 2025 weiter mit einem Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz von 7 bis 8 Prozent, wenn Sondereinflüsse herausgerechnet werden. In einem Zwischenschritt 2022 dürften es 6 bis 7 Prozent sein, sagte Witter. Vor dem Ausbruch der Corona-Krise hatte VW für das laufende Jahr bereits 6,5 bis 7,5 Prozent in Aussicht gestellt. Weil die nötigen Investitionen in neue Technik nicht vernachlässigt werden sollen, wird die Forschungskostenquote bis 2022 höher liegen als bisher geplant. VW habe in den kommenden Jahren mit bedeutend weniger Umsätzen zu kämpfen als noch in der vergangenen Fünfjahresplanung anvisiert, sagte Witter.

Zudem bereitet Volkswagen eine Abspaltung seiner italienischen Beteiligungen Lamborghini und Ducati vor. Man arbeite an der rechtlichen Struktur der Beteiligungen, zu denen auch Italdesign gehört, sagte Konzernchef Diess der Telefonkonferenz. Finanzvorstand Witter fügte hinzu, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Italien-Deal soll Marktwert steigern

Reuters hatte im Oktober aus Finanzkreisen berichtet, VW bereite eine Abspaltung mit dem Ziel vor, die zu Audi gehörenden italienischen Töchter an die Börse zu bringen. Dabei wolle Volkswagen weiter an Lamborghini beteiligt bleiben. Analysten sehen die Abspaltung als einen wichtigen Schritt, um die Marktkapitalisierung des Konzerns zu erhöhen. So würde sich Volkswagen Quellen eröffnen, um die enormen Investitionen für den Schwenk zu E-Mobilität und selbstfahrenden Autos zu finanzieren.

Der VW-Aufsichtsrat hatte für die kommenden fünf Jahre Investitionen von 73 Milliarden Euro in klimaschonende Antriebe, die Umrüstung der Werke und die Digitalisierung freigegeben. Damit gibt der Konzern jeden zweiten Euro seines gesamten Investitionsbudgets in diesem Zeitraum für solche Zukunftsthemen aus. 

Volkswagen will in den nächsten Jahren zum weltweit führenden Anbieter von E-Fahrzeugen und selbstfahrenden Autos aufsteigen. In der Softwareentwicklung wollen es die Wolfsburger mit einem Investitionsbudget von über 2,5 Milliarden Euro im Jahr beim autonomen Fahren mit den großen der Branche wie der Google-Schwester Waymo und Tesla aufnehmen.

cr/dpa/Reuters