Mittwoch, 26. Februar 2020

VW-Betriebsratsboss Osterloh VW-Betriebsrat fordert EU-Quote für E-Ladestationen

Volkswagen-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh

Der Betriebsrat des Autokonzerns Volkswagen hat sich für eine europaweite Quote zum Aufbau von Ladestationen für Elektroautos ausgesprochen. "Ich erwarte mir schon von der Europäischen Union, dass man für die einzelnen Länder (...) eine Verpflichtung zum Aufbau so einer Infrastruktur vorgibt mit einer Quote", sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Freitag in Wolfsburg. Nur wenn es genügend Ladestellen gebe, würden die Kunden genügend E-Autos kaufen, um die politischen Klimaziele zu erreichen.

Die Verantwortung für den Ausbau der Ladestationen liege nicht bei den Autobauern, sagte Osterloh. "Jetzt von den Fahrzeugherstellern zu verlangen, baut noch mal schnell die Ladeinfrastruktur auf, das finde ich dann auch schon spannend." Die Tankstellenbetreiber Aral, BP und Shell gehörten schließlich auch nicht den Fahrzeugherstellern.

Bundesregierung und Vertreter der Autoindustrie verständigten sich beim letzten "Autogipfel" nicht nur auf eine höhere Kaufprämie für eines neues Elektroauto, parallel wolle die Regierung mit einem "Masterplan Ladeinfrastruktur" auch eine Million öffentliche Ladepunkte schaffen, damit Ende des nächsten Jahrzehnts zehn Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Die Autobranche sagte dabei zu, bis Ende nächsten Jahres selbst rund 15.000 öffentliche Ladepunkte beizusteuern.

Zwar ist die Zahl der E-Autos in Deutschland deutlich gestiegen, gemessen an den Neuzulassungen insgesamt nehmen reine Elektroautos aber immer noch eine Nischenrolle ein. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 63.300 Stromer neu zugelassen.

Im Vergleich zum flächendeckenden Tankstellesystem in Deutschland gilt die schwach ausgebildete Ladeinfrastruktur neben dem vergleichsweise hohen Preis für ein E-Autos nach wie vor als ein wichtiger Grund dafür, dass sich Kunden beim Kauf von Elektroautos noch zurückhalten.

Zugleich müssen die Autokonzerne zwingend mehr Elektroautos anbieten, wenn sie ab 2021 die Grenze für den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer von 95 Gramm nicht reißen wollen. Andernfalls drohen hohe Strafzahlungen. Diese Vorgabe trägt dazu bei, dass die Branche viel Geld in die E-Mobilität investiert. Allein Volkswagen hat bei der Investitionsplanung für 2020 bis 2024 rund 33 Milliarden Euro für die E-Mobilität vorgesehen.

rei mit dpa

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