Freitag, 23. August 2019

Abgasskandal Australien verklagt Audi - EU erhöht Druck auf Volkswagen

Die Volkswagen-Tochter Audi gerät im Abgasskandal immer stärker in den Fokus

Im Abgasskandal nahm sich Australien zunächst Volkswagen vor, nun verklagt das Land auch die Tochter Audi. Zugleich erhöht die EU den Druck auf VW. Forderungen nach Schadenersatz auch für Kunden in Europa weist Vorstandschef Matthias Müller aber zurück.

Im Abgasskandal droht Volkswagen (VW) weiteres Ungemach. Die australische Verbraucherschutzbehörde ACCC verklagt nach eigenen Angaben vom Mittwoch nun auch die Tochter Audi. ACCC wirft dem Autohersteller aus Ingolstadt vor, mehr als 12.000 Fahrzeuge mit einer Betrugssoftware verkauft zu haben. Im September hatte die Behörde bereits VW verklagt. Hier ging es um 57.000 Fahrzeuge.

Audi wird eine einflussreiche Rolle bei der Entwicklung der manipulierten Dieselmotoren zugeschrieben. Deshalb gilt auch Audi-Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler als angeschlagen. Stadler geniest aber weiter das Vertrauen des Aufsichtsrats.

Volkswagen hatte im September 2015 die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Dieselautos eingestanden. Eine illegale Abschalteinrichtung sorgt dafür, dass die Wagen Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber auf der Straße. Der Konzern sieht sich mit zahlreichen Klagen und milliardenschweren Schadenersatzforderungen konfrontiert.

Während Volkswagen bereit ist, in den USA jedem geschädigten Diesel-Käufer rund 5000 Dollar zu zahlen, verweigert der Konzern das den betroffenen 8,5 Millionen Kunden in Europa. Hier hätten die Verbraucher lediglich das "Recht auf Nachbesserung". Und das räume VW den Kunden auch ein, wie Volkswagen-Chef Matthias Müller am Dienstag erklärte. In den USA seien die Gesetze hingegen "ganz anders", und auch die technischen Probleme seien andere gewesen.

EU-Kommissarin erneuert Forderung nach Entschädigung

Die EU-Kommission sieht das anders. Am Dienstag hatte sich die EU-Kommissarin Vera Jourova mit Verbraucherschutzbehörden getroffen, um einen entsprechenden Vorstoß nach Schadenersatzforderungen abzustimmen. Jourova forderte, Volkswagen müsse sich bewegen und sicherstellen, dass Konsumenten überall in Europa fair behandelt werden. Das beinhalte neben der Reparatur der Fahrzeuge auch eine Art Extrabonus oder freiwillige Kompensation für europäische Verbraucher.

Gerichte hierzulande haben Autohändler bereits dazu verpflichtet, den Kaufpreis für betroffene Dieselautos zu erstatten.

rei mit Nachrichtenagenturen

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