Montag, 17. Juni 2019

Ford wohl neuer Wunschkandidat VW steigt bei Roboterauto-Firma Aurora aus

Roboterwagen-Prototyp mit Selbstfahrsystem von Aurora

Roboterwagen gelten als Zukunft der Autoindustrie, doch ihre Entwicklung ist teuer. Kooperationen gelten in der Branche als ein Muss. Bei VW bahnt sich ein Partnerwechsel an: Das Start-up Aurora bekam den Laufpass, der Autoriese Ford gilt als Wunschkandidat.

Volkswagen schwenkt bei der Entwicklung autonom fahrender Autos um: Der Autokonzern hat die Zusammenarbeit mit der Roboterwagen-Firma Aurora beendet und strebt laut Medienberichten eine Kooperation mit Ford an. "Die Aktivitäten im Rahmen unserer Partnerschaft sind abgeschlossen", erklärte ein VW-Sprecher am Dienstagabend zum Auslaufen der Projekte mit Aurora. Details nannte er nicht.

Das 2016 gegründete Start-up Aurora aus dem Silicon Valley entwickelt Software für selbstfahrende Autos. Erst im Februar hatte es sich bei Investoren 530 Millionen Dollar besorgt. Mit dem Geld soll die Entwicklung der Technologie beschleunigt werden. Am Montag gab Aurora eine Partnerschaft zur Entwicklung selbstfahrender Nutzfahrzeuge mit dem VW-Konkurrenten Fiat Chrysler bekannt. Das aufstrebende Unternehmen aus dem Silicon Valley arbeitet auch mit Hyundai Motor und dem chinesischen Autobauer Byton zusammen.

Die Zeitung "Financial Times" und die Agentur Bloomberg berichteten, Volkswagen wolle beim autonomen Fahren nun mit Ford zusammenarbeiten. Schon seit einiger Zeit wird spekuliert, Volkswagen wolle sich an Fords Roboterwagen-Firma Argo AI beteiligen. Dabei sei eine Argo-Bewertung von rund vier Milliarden Dollar besprochen worden, hieß es bei Bloomberg. VW und Ford hatten sich bereits auf die gemeinsame Entwicklung unter anderem von Vans verständigt.

Aurora wurde unter anderen vom ehemaligen Chefentwickler der Google-Roboterwagen, Chris Urmson, gegründet sowie von Sterling Anderson, der bei Tesla einst für das Autopilot-System zuständig war. Unter den Geldgebern sind der bekannte Risikokapitalgeber Sequoia und auch Amazon.

Autonomes Fahren gilt als Schlüsseltechnologie für die Zukunft - vor allem weil damit lukrative Robotaxi-Dienste betrieben werden könnten. Als besonders weit bei der Entwicklung von Roboterwagen-Technik gilt die Google-Schwesterfirma Waymo, die erste Erfahrungen mit einer Robotaxi-Flotte in Arizona sammelt. Ford-Rivale General Motors plant einen eigenen Dienst mit Technologie des übernommenen Start-ups Cruise. Der Fahrdienst-Vermittler Uber entwickelt ebenfalls Roboterwagen-Technik. Und auch Apple arbeitet an Software zum autonomen Fahren.

rei/dpa

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