Donnerstag, 22. August 2019

Zu stereotyp Aufsicht verbietet Werbefilm von VW in Großbritannien

Volkswagen: Britische Werbeaufsicht verbietet Werbespot
Imogen Watson/youtube
Volkswagen: Britische Werbeaufsicht verbietet Werbespot

Den Briten ist es ernst mit dem Verbot von stereotypischen Geschlechterrollen in der Werbung. Das bekommt derzeit Volkswagen empfindlich zu spüren. Am Mittwoch teilte die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) mit, dass ein in Großbritannien ausgestrahlter Werbefilm für den eGolf in dieser Art nicht mehr gezeigt werden darf. Das berichteten verschiedene Medien.

Zuschauer hatten die Rollenverteilung in dem Film kritisiert, da Männer in abenteuerlichen Situationen gezeigt werden, während Frauen mit Kinderwagen sowie in passiver Situation im Film erscheinen. Die ASA kam zu dem Schluss, dass der Film gegen die seit Juni geltende Richtlinie zur Darstellung Geschlechterstereotypen verstößt. Die Folge: Der Film darf so nicht weiter in Großbritannien gezeigt werden.

Volkswagen hatte noch im Vorfeld versucht, ein Verbot abzuwenden. Der Film ziele nicht darauf, Stereotypen zu zeigen, sondern darauf, die Fähigkeit des menschlichen Geistes hervorzuheben, sich an Herausforderungen und Veränderungen anzupassen, argumentierte VW.

Der bleibende Eindruck ist aber ein anderer: Denn während Männer aktiv beim Kletterabenteuer gezeigt werden, als Astronauten im Weltraum unterwegs sind oder als Sportler mit Beinprothese einen beeindruckenden Weitsprung hinlegen, sitzt eine Frau neben einem Kinderwagen auf der Parkbank oder wird schlafend in einem Zelt gezeigt.

Volkswagen-Werbespot in Großbritannien verboten

Volkswagen ist indes nicht das einzige Unternehmen, das sich mit der ASA konfrontiert sieht, weil in der Werbung typische Geschlechterklischees bedient werden. So muss auch Mondelez seinen Werbefilm für den Frischkäse Philadelphia ändern, um ihn weiter zeigen zu dürfen.

Auch hier bemängelte die britische Werbeaufsicht geschlechterspezifische Stereotypen und eine schädigende Wirkung auf die Betrachter. Ihr zentrales Argument: Der Frischkäse-Spot stelle Männer als unfähig dar, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Anders erging es hingegen Nestlé mit einem Werbefilm, der eine Balletttänzerin, einen Schlagzeuger und einen Sportler zeigt. Trotz typischer Rollenverteilung würden die Frau und die Männer in dem Spot vor ähnlich schwierigen und anspruchsvollen Herausforderungen stehen und sei somit nicht zu beanstanden.

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