Donnerstag, 20. Juni 2019

Ergebnisse der VW-Hauptversammlung Volkswagens Wut-HV - die Spaltung der Aktionäre

Ermittlungen gegen Volkswagen-Aufsichtsratschef: Das sollten Sie über Hans Dieter Pötsch wissen
DPA

6. Teil: Satte Aktionäre = Friedliche Aktionäre?

10.15 Uhr: Andrang vor den Sicherheitsschleusen, Fototermine ... was auch immer VW aufhält, die Hauptversammlung zu beginnen, klar ist: Aktuell redet hier noch keiner. Sollten indes mehr als die erwarteten rund 3000 Aktionäre kommen, hat Volkswagen Platz in einer weiteren Messehalle geschaffen.

9.59 Uhr: So eine Hintergrundmusik kann übrigens schon mal entlarvend sein. Nun erklingen im Hintergrund entspannte Klänge, die aus dem Soundtrack des Films "Top Gun" entlehnt sind - und passenderweise ist es ausgerechnet die Melodie des Songs "Danger Zone". Was uns VW wohl damit sagen will? Die Hauptversammlung startet wohl mit leichter Verspätung - vermutlich dauerte der Fototermin des Vorstands etwas länger als geplant.

9.55 Uhr: Im Pressezentrum dreht VW die Hintergrundmusik einen Tick lauter, der Rhythmus wird schneller, drängender. Es sind ja auch nur noch wenige Minuten, bis VW-Konzernchef Matthias Müller reden soll. Da sorgen die Event-Organisatoren doch noch für ein wenig Bewegung. Obwohl: Aufregung und Unruhe wird es auf dieser Hauptversammlung wohl noch genug geben.

9.51 Uhr: Ist das die neue Bescheidenheit im Volkswagen-Konzern? Die bei Aktionärstreffen übliche Show von Autos und schweren Lkw fällt diesmal deutlich kleiner aus, sagen Beobachter. Der Vorteil: Auf der dadurch freien Fläche werden die Aktionäre mit Kuchenteilchen und Kaffee bei Laune gehalten ... Satte Aktionäre = Friedliche Aktionäre?

9.50 Uhr: Sicherheit ist Volkswagen wichtig - auch bei seiner Hauptversammlung. Denn die Aktionäre werden am Eingang so streng überprüft wie am Flughafen. Metalldetektoren, Röntgenbänder, alles vorhanden. Und selbst bei größeren Flüssigkeitsmengen ist es wie am Airport: Mitgebrachte Wasserflaschen müssen abgegeben werden. Das erklärt auch, warum die Warteschlangen länger und länger werden.

9.45 Uhr: Die Aktionärsschützer kritisieren die Entscheidung des VW-Aufsichtsrats, der Hauptversammlung eine Entlastung des Vorstands zu empfehlen. Die Vertagung der Entlastung wäre die bessere Lösung gewesen. "Das wäre auch von Seiten von VW ein eleganter Weg gewesen. Den hat man jetzt nicht gewählt und das kann jetzt zu einem Debakel führen", sagt DSW-Sprecherin Bergdolt im Bayerischen Rundfunk.

9.40 Uhr: "Volkswagen ist viel mehr als diese Krise", lässt Konzernchef Müller die Aktionäre in der HV-Einladung wissen. Die Botschaft soll wohl heißen: Lasst und nach vorn schauen und nicht zurück. So leicht werden es die Aktionäre dem VW-Chef aber heute nicht machen.

Die Botschaft der Demonstranten auf dem Messegelände in Hannover vor der VW-Hauptversammlung ist unmissverständlich

9.20 Uhr: Trotz der eigentlich klaren Mehrheitsverhältnisse glauben Aktionärsschützer, dass die Abstimmung über die Entlastung des Vorstands knapp ausgehen könnte. "Das wird eng werden", sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) im Bayerischen Rundfunk. "Nach dem, was ich höre, sind auch viele Fonds inzwischen abgerückt."

9.15 Uhr: Großes Gedränge herrscht bei Eingang Nord 2 der Hannover Messe. Dutzende Aktionäre, Journalisten und VW-Mitarbeiter warten vor den Security-Schleusen. Die Stimmung ist noch ruhig - beschallt werden die Wartenden von der IG Metall, die fordert, den Vorstand nicht zu entlasten.

9 Uhr: Volkswagen ist für viele Kritiker auch ein Politikum ganz anderer Natur: Vor dem Messegelände in Hannover versammeln sich zwei Dutzend Demonstranten. Auf einem Transparent steht: "Keine Entlastung für Umweltverbrecher! Die Verantwortlichen und Profiteuere sollen zahlen." In Halle 2 müssen die Aktionäre erst eine Sicherheitskontrolle über sich ergehen lassen, bevor sie eingelassen werden.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung