Montag, 26. August 2019

Ergebnisse der VW-Hauptversammlung Volkswagens Wut-HV - die Spaltung der Aktionäre

Ermittlungen gegen Volkswagen-Aufsichtsratschef: Das sollten Sie über Hans Dieter Pötsch wissen
DPA

5. Teil: Großaktionär Katar stärkt VW-Vorstand den Rücken

10.50 Uhr: Pötsch hat nach der kurzen Rede von Hessa Al-Jaber wieder das Wort - er spricht nun ein weiteres heißes Eisen an: Das Gehalt der VW-Vorstände. Damit seien viele Aktionäre unzufrieden, weiß auch Pötsch. Der Aufsichtsrat arbeite gemeinsam mit dem Vorstand an den Veränderungen des Konzerns . "Dazu gehört auch, dass wir die Vergütung des Vorstands auf den Prüfstand stellen". Auch die Aufsichtsrats-Vergütung soll sich ändern. Im vergangenen Jahr erhielt der Aufsichtsrat keine variable Vergütung, erklärt Pötsch. Damit sind die Zahlungen an die Aufsichtsräte drastisch zurückgegangen: Im Jahr 2015 erhielten die Volkswagen-Aufsichtsräte 700.000 Euro, im Jahr davor waren es laut Pötsch noch 12 Millionen Euro.

10.40 Uhr: Hessa Al Jaber stärkt dem VW-Management den Rücken: "Wir sollten die Fähigkeit zur Veränderung nicht anzweifeln", sagt sie in ihrer Rede. "Ich in der Überzeugung, dass der Vorstand große Motivation hat, dieses Unternehmen zu verändern. Noch etwas deutlicher wurde Al Jaber vor ihrer Rede: "Volkswagen hat aus meiner Sicht das richtige Management an Board", sagte die Vertreterin des Großaktionärs zu "Spiegel Online" am Rande des heutigen Aktionärstreffens. "Die Strategie 2025 geht in die hundertprozentig richtige Richtung." Das sind gewichtige Worte eines gewichtigen Aktionärs: Katar hält 17 Prozent der stimmberechtigten VW-Titel.

Hessa Al Jaber: Die neue Vertreterin des VW-Großaktionärs Katar hält den jetzt eingeschlagenen Weg von Volkswagen für richtig

10.35 Uhr: Seit ein paar Minuten stellt sich die neue Vertreterin des Emirats Katar im VW-Aufsichtsrat, Hessa Al Jaber, vor. Spannend an ihrer Rede ist zum einen, wie stark die Ingenieurin ihre Kenntnisse in der Informationstechnologie hervorhebt - an einer Stelle bezeichnet sie sich als "Technologieexpertin". Sie sei stolz darauf, Mitglied in diesem renommierten Aufsichtsrat zu sein, erklärt Al Jaber. In den vergangenen Monaten habe sie viel über Volkswagen und die Kritik an dem Unternehmen gelesen.

Demut ist angesagt: VW-AR-Chef Pötsch

10.30 Uhr: Im dunklen Einreiher mit blauer Krawatte und seiner ruhigen Stimme wirkt Pötsch sehr ruhig - und auf den Abgasskandal kommt er mehrfach zurück. "Wir bedauern aufrichtig, dass die Diesel-Thematik einen Schatten auf dieses großartige Unternehmen wirft", erklärt Pötsch. "Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen, wir bedauern das zutiefst." Demut ist also angesagt. Das hatte Pötsch schon im Vorfeld signalisiert. Dann sieht Pötsch von seinem Redetext am Pult kurz auf und lässt seinen Blick durch den Saal schweifen. Solche Sätze sollen die aufgebrachten Aktionäre wohl beruhigen. Ob das wirkt, werden die nächsten Stunden zeigen.

10.25 Uhr: So, los geht's: Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch eröffnet die Hauptversammlung. Zu Beginn entschuldigt sich der ehemalige VW-Finanzvorstand vor den Aktionären für den Dieselskandal. Wichtigste Aufgabe sei nun, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Dass gerade Pötsch und dann mit einer Entschuldigung den Anfang macht, ist geschickt: Viele halten ihn für eine Fehlbesetzung im Aufsichtsrat - eben weil ihm auch Verantwortung an dem Skandal zukomme, meinen Kritiker.

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