Freitag, 23. August 2019

Ergebnisse der VW-Hauptversammlung Volkswagens Wut-HV - die Spaltung der Aktionäre

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DPA

3. Teil: Neue Sparsamkeit - Firmen-Airbus steht kurz vor dem Verkauf

12.35 Uhr: Vor wenigen Minuten hat VW-Chef Müller seine erste Rede auf einer Hauptversammlung beendet. Zum Schluss versprach er seinen Aktionären mehr Rendite und Effizienz: Die Quote für Investitionsausgaben und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung will er auf je 6 Prozent gemessen am Umsatz senken. Die neue Sparsamkeit bei VW bezieht sich aber nicht nur auf die F&E Ausgaben: Auch der Firmen-Airbus stehe kurz vor dem Verkauf, so Müller.

Steigen soll dagegen die operative Umsatzrendite, und zwar schrittweise auf 7 bis 8 Prozent. Diese Ziele seinen "angemessen, ambitioniert und gleichzeitig realistisch" für ein Unternehmen in der Volkswagen-Größenordnung, meint er. "Machen wir uns nichts vor: Die eigentliche Arbeit hat gerade erst begonnen", sagt Müller. Die Volkswagen-Aktionäre bittet er deshalb darum, dass sie dem Unternehmen die Treue halten. Nun sind die Aktionäre am Drücker - sie halten mit ihrer Kritik nicht gerade im Zaum.

12.27 Uhr: Müller weist auch deutlich darauf hin, dass der Konzern seine Komponentenwerke zu einem eigenen, selbständigen Ganzen bündeln will. "Wir haben unter unserem Dach einen der größten Automobilzulieferer der Welt", sagt der VW-Chef. Dieses Geschäft soll durch Neuaufstellung "mehr unternehmerische Freiheit" bekommen. Das sei für das Unternehmen ein großer Schritt, sagt Müller.

12.20 Uhr: Müller spricht nun über die Marschroute für die kommenden Jahre, die "Together Strategie 2025", die er bereits vor einer Woche genauer erläutert hat. Diese sei eine Weiterentwicklung mit sichtbar anderen Akzenten, wirbt er.

12.15 Uhr: Bei Müllers rhetorischem Galopp durch die bereits bekannten Finanzkennzahlen lässt eine Sache aufhorchen: Er entschuldigt sich für die in diesem Jahr niedrige Dividende von 0,17 Euro je Vorzugsaktie. Das sei zu wenig, gibt Müller zu, künftig soll die Ausschüttungsquote "nachhaltig rund 30 Prozent des Nettogewinns" betragen.

12.11 Uhr: Der Vorstandschef redet immer noch. Es gibt ja auch viel zu erklären und mitzuteilen an diesem Tag ... So macht Müller seinen Aktionären auch deutlich, wie er sich von seinen Vorgängern unterscheiden will. "Unser und mein Job ist es nicht, sich im Detail mit der Gestaltung der Produkte zu befassen. " Genau dafür war sein Vorgänger Martin Winterkorn berüchtigt, der auch gerne mal mit dem Lackmessstift die richtige Dicke des Lackes überprüfte. Details sollen künftig Sache der Marken sein, der Konzernvorstand soll sich mit Zukunftsthemen befassen.

12 Uhr: Deutliche Worte findet Müller auch für seine geplante Abkehr vom zentralistischen Denken früherer Jahre: "Zu glauben, man könne einen Weltkonzern in all seinen Verästelungen aus der niedersächsischen Tiefebene lenken, ist eine Illusion", erklärt er an einer Stelle. Deshalb will er für sein "neues" Volkswagen die Eigenständigkeit der Marken und Regionen stärken - und seinen Mitarbeitern auch mehr unternehmerische Verantwortung abfordern.

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