Autoabsatz China beschert Volkswagen starken Jahresstart

China und immer wieder China: Allein im Reich der Mitte lieferte der Volkswagen-Konzern im ersten Quartal 61 Prozent mehr Autos aus. Europa dagegen fiel zurück.
Wichtigste Absatzregion: Der Volkswagen-Konzern verkauft vier von zehn Autos im ersten Quartal in China

Wichtigste Absatzregion: Der Volkswagen-Konzern verkauft vier von zehn Autos im ersten Quartal in China

Foto: Gero Breloer/ picture alliance / dpa

Die weltweiten Auslieferungen des Volkswagen-Konzerns sind im ersten Quartal von einem besonders starken China-Geschäft angetrieben worden. So stieg der Absatz zwischen Januar und März insgesamt um über ein Fünftel auf 2,43 Millionen Fahrzeuge, wie der Dax-Konzern am Freitag mit. Während VW sowohl in Nord- und Südamerika als auch in der Asien-Pazifik-Region deutliche Zuwächse verzeichnete, musste der Autobauer in Westeuropa ein Minus von 4,6 Prozent hinnehmen. Hier spürte VW die Folgen der Pandemie und die anhaltenden Restriktionen.

VW-Konzern lieferte allein in China fast 1 Million Fahrzeuge aus

Vor allem in China lief es für Volkswagen im ersten Quartal aber rund. Dort kletterten die Auslieferungen um gut 61 Prozent auf 990.600 Fahrzeuge. Das deutliche Plus resultiert vor allem daraus, dass der chinesische Automarkt im Vorjahreszeitraum wegen der Corona-Krise zusammengebrochen war. Mittlerweile hat sich der Markt erholt und wächst kräftig.

Die einzelnen Marken schnitten wie folgt ab:

  • Die Premiumhersteller Audi und Porsche verbuchten jeweils ein deutliches Plus von rund einem Drittel .

  • Die Kernmarke VW vezeichnete einen Anstieg um knapp ein Viertel auf knapp 1,1 Millionen Autos.

  • Aufwärts ging es auch bei Lastwagen der Marken MAN und Scania mit einem Plus von 34 beziehungsweise 27 Prozent.

  • Seat und Skoda hinken der Entwicklung dagegen hinterher: Die Tschechen verkauften gerade einmal 7,2 Prozent mehr Fahrzeuge als zum Jahresauftakt 2020, Seat verbuchte sogar ein Minus im ersten Quartal von 3,7 Prozent. Der Beginn der Corona-Krise hatte im ersten Quartal die Geschäfte der Autobauer weltweit belastet. Vor allem der erste Lockdown ab März ließ die Verkäufe einbrechen.

In Europa kann das Absatzwachstum nicht mithalten

Die Erholung in Asien und den USA verhilft den meisten Autobauern zu neuer Kraft, während Europa weiter unter den Folgen der Pandemie ächzt. So kam der Absatz in der Europäischen Union im ersten Quartal kaum über das coronabedingt schwache Vorjahresniveau hinaus. Der europäische Herstellerverband ACEA zählte 2,6 Millionen Pkw, ein Plus von 3,2 Prozent. Im Vorkrisenjahr 2019 waren es im selben Zeitraum vier Millionen Neuzulassungen. Der rasante Absatzanstieg im allein März lässt allerdings hoffen: Allein im März wurden laut ACEA 1.062.446 Pkw in der EU zugelassen - ein Plus von 87,3 Prozent gegenüber dem März 2020

Das Vorkrisenniveau sei nicht in Sicht, erklärte der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) gleichwohl. "Anhaltende Lockdowns, geschlossene Autohäuser und zum Jahreswechsel ausgelaufene Anreizprogramme sorgen derzeit für Gegenwind", erklärte der VDA. China und die USA hätten hingegen schon fast das Vorkrisenniveau erreicht. "Die erhoffte Erholung auf dem EU-Neuwagenmarkt lässt weiter auf sich warten", sagte auch Peter Fuß, Partner bei der Unternehmensberatung EY. Steigende Infektionszahlen und die schleppenden Impfkampagnen auf dem Kontinent könnten erneut zu Einschränkungen führen, die den Autohandel träfen. Eine durchgreifende Erholung sei deshalb erst im zweiten Halbjahr zu erwarten, wenn sich die Lage in der Pandemie bessere.

rei/dpa-afx