Mögliche Lösung im VW-Abgasskandal Sensor für 10 Euro - Kommt VW günstiger davon?

Von mm-newsdesk
Abgasskandal: Einem Bericht zufolge könnte Volkswagen günstiger davonkommen

Abgasskandal: Einem Bericht zufolge könnte Volkswagen günstiger davonkommen

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Zur Nachbesserung der manipulierten Dieselmotoren mit 1,6-Liter Hubraum muss Volkswagen möglicherweise deutlich weniger Geld einplanen als zunächst befürchtet. Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" können die Schadstoffemissionen durch ein Software-Update sowie den Einbau eines etwa zehn Euro teuren Sensors im Luftfilter behoben werden. Die Lösung werde derzeit vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) auf Tauglichkeit überprüft.

Seitens des Konzerns wollte man den Bericht am Donnerstag nicht bestätigen: "Die Gespräche zwischen Volkswagen und dem KBA laufen noch", sagte ein VW-Sprecher. Erst danach werde eine Aussage getroffen. "Grundsätzlich steht für uns fest: Wir wollen die für den Kunden beste Lösung finden und diese dann entsprechend umsetzen."

Die Vorzugsaktie von Volkswagen  kletterte in einem festen Marktumfeld 3,9 Prozent auf 105,35 Euro. Wie das manager-magazin berichtet, plant der Konzern wegen des Abgasskandals den Bau von Elektrofahrzeugen in Serie.

Im Stickoxid-Skandal hatte das KBA für 2,4 Millionen Wagen in Deutschland einen Rückruf angeordnet, der Anfang 2016 beginnen soll. Es geht um verschiedene Motoren- und Fahrzeugmodelle. Das Bundesverkehrsministerium hatte kürzlich unter Berufung auf das KBA mitgeteilt, dass in Deutschland für 540.000 Wagen des VW-Konzerns neben einer Software-Lösung auch neue Bauteile hermüssen. Nach aktuellem Stand sind davon nur die 1,6-Liter-Motoren betroffen.

VW hatte zudem bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen ausreichen sollen. Für Fahrzeuge mit 1,2-Liter-Motoren soll VW bis Ende November Lösungen vorschlagen.

Bei allen betroffenen Motoren vom Typ EA 189 war Mitte September eine versteckte Manipulations-Software entdeckt worden, welche die Stickoxid-Emissionen auf dem Prüfstand niedriger ausfallen ließ als im Straßenverkehr. Ursprünglich war befürchtet worden, dass Fahrzeuge mit einem zusätzlichen Katalysator nachgerüstet werden müssten. VW hat bislang allein für die technischen Maßnahmen 6,7 Milliarden Euro zurückgestellt.

In den USA hätten 120.000 Autobesitzer derweil Gutscheine über 1000 Dollar von VW angenommen, sagte der US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, am Mittwoch. Er versicherte zugleich, dass den US-Behörden wie verlangt am Freitag Pläne für das weitere Vorgehen vorgelegt würden.

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Volkswagen: Dirty Diesel - die Chronik der Ereignisse im VW-Abgasskandal

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Das Gutscheinpaket von Volkswagen beinhaltet eine Prepaid-Kreditkarte mit 500 Dollar (469 Euro), einen Gutschein im selben Wert, den die Kunden bei einem VW-Händler einlösen können, sowie Pannenhilfe für drei Jahre. Horn bekräftigte, dass die Gutscheine die Kunden nicht von juristischen Schritten gegen Volkswagen abhalten sollten.

Das Unternehmen hatte vor anderthalb Wochen an die geschädigten Kunden Briefe verschickt und die Gutscheine als "Geste des guten Willens" angeboten. Zur Frage, ob es ähnliche Aktionen auch in Deutschland oder anderen Ländern geben wird, war Volkswagen am Donnerstag zunächst nicht zu erreichen.

Der Auftritt in Los Angeles war Horns erster seit seiner Aussage vor dem US-Kongress Anfang Oktober. Zugleich war es das erste Mal seit Bekanntwerden des Abgasskandals im September, dass sich Volkswagen auf einer nordamerikanischen Automesse präsentierte. Die US-Behörden haben Volkswagen eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt, um technische Vorschläge für die betroffenen Fahrzeuge zu präsentieren.

VW droht wegen der Abgasaffäre eine massive Klagewelle. Was den Konzern in den verschiedenen Ländern erwarten könnte, lesen Sie hier.

ts/Reuters/AFP
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