Verhaltene Prognose Chipmangel und Krieg bremsen Continental

Continental peilt im laufenden Jahr ein deutliches Wachstum seiner Geschäfte an – allerdings gefährden die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs die Planungen des Autozulieferers.
Hohe Ziele unter Vorbehalt: Continental-Chef Nikolai Setzer

Hohe Ziele unter Vorbehalt: Continental-Chef Nikolai Setzer

Foto: Michael Matthey / dpa

Chipmangel und Lieferengpässe haben im Autogeschäft von Continental tiefe Spuren hinterlassen. Während das Reifengeschäft und die Industriesparte Conti-Tech gut liefen, schrieb der Bereich Automotive rote Zahlen, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit.

"Während das weltweit niedrige Produktionsniveau insbesondere unser Automotive-Geschäft negativ beeinflusst hat, haben unsere Einheiten Reifen und Conti-Tech trotz massiver Kostensteigerungen in den Bereichen Beschaffung und Logistik ein gutes Ergebnis erzielt", zog Konzernchef Nikolai Setzer Bilanz.

Für das laufende Jahr hält Conti wegen des Ukraine-Krieges und unterbrochenen Lieferketten jedoch auch ein schlechteres Ergebnis für möglich. Je nach Ausmaß der Belastungen könnten sowohl Umsatz als auch Ergebnis aller Unternehmensbereiche niedriger ausfallen als im Vorjahr.

Der Konzern rechne zudem mit erhöhten Beschaffungs- und Logistikkosten in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Ohne die Risiken geht das Management für 2022 von einem Konzernumsatz in einer Spanne zwischen 38 und 40 Milliarden Euro aus. Die bereinigte Ebit-Marge soll zwischen 5,5 und 6,5 Prozent liegen.

Aktionäre sollen 2,20 Euro Dividende erhalten

Im vergangenen Jahr steigerte Continental das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen um rund 38 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz wuchs um sechs Prozent auf rund 33,8 Milliarden Euro und lag damit bereinigt um die Abspaltung der Antriebssparte Vitesco leicht über der im Oktober gesenkten Prognosespanne.

Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Reingewinn von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Verlust im Vorjahr. Die Anteilseigner, darunter der fränkische Großaktionär Schaeffler, sollen daraus eine Dividende von 2,20 je Aktie bekommen. 2020 waren sie leer ausgegangen.

hr/dpa-afx, Reuters