Sonntag, 5. April 2020

Teslas Elektro-SUV kämpft mit Kinderkrankheiten Verfluchte Flügeltüren - das Model X wird zum Härtetest

Tesla Model X mit Flügeltüren: Die komplizierte Türtechnik hat Kinderkrankheiten, warnen US-Verbraucherschützer

Ihre Worte haben die Verbraucherschützer nüchtern gewählt. Doch ihre Schlagzeile dürfte den Managern des amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla einige Albträume bescheren: "Die ersten gebauten Tesla Model X SUVs stehen Qualitätsproblemen gegenüber", titelte das US-Magazin Consumer Reports am Dienstag.

Es ist ein Urteil, das bei Tesla niemand auf die leichte Schulter nehmen kann. In den USA hat das Verbrauchermagazin einen Ruf wie Donnerhall, anders als die hiesige Stiftung Warentest bewertet Consumer Reports (CR) auch regelmäßig Autos.

Der vom schillernden Unternehmer Elon Musk geführte Elektroauto-Pionier Tesla konnte sich lange damit brüsten, von den US-Konsumentenschützern hervorragende Bewertungen eingeheimst zu haben. Die Elektrolimousine Model S erhielt die höchste Punktezahl, die Consumer Reports bislang vergeben hat, die Organisation empfahl das Auto monatelang zum Kauf. Doch im Oktober flog das Model S von der Liste der zum Kauf empfohlenen Modelle , weil CR bei einer Umfrage unter 1400 Käufern zahlreiche Qualitätsmängel aufgedeckt hatte.

Diesmal haben die Verbraucherschützer zwar keine groß angelegte Studie durchgeführt, dafür aber Online-Foren durchforstet. Dort stießen sie auf zahlreiche Beschwerden über den Elektro-SUV, von dem seit Ende vergangenen Jahres erst wenige tausend Stück ausgeliefert wurden.

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Bild: AP / Wochit

Ein klassisches Montagsauto? Nicht unbedingt

So berichtete ein Kunde von einer fehlerhaften Sensorik in den Fonds-Flügeltüren seines über 100.000 Euro teuren Fahrzeugs. Dadurch ließen sich die Türen nicht richtig schließen. Zudem versagten die Sensoren beim Erkennen eines Überhangs - was beim Öffnen der Türe eine unschöne Delle im Blech hinterließ. Die Fahrertür ließ sich teilweise nur von innen öffnen, der riesige Touchscreen im Inneren fror mehrfach ein.

Ein klassisches Montagsauto also? Nicht unbedingt, CR fragte auch bei Tesla nach. Eine Tesla-Sprecherin erklärte per E-Mail, dass das Unternehmen selbst "einige Probleme in den frühen Model X-Versionen" zu sehen bekommen habe. Doch diese seien nicht weit verbreitet, und man arbeite mit jedem betroffenen Besitzer an einer "schnellen und proaktiven" Lösung. Satte 98 Prozent der Tesla-Kunden geben an, als nächstes Auto wieder einen Tesla kaufen zu wollen, schrieb die Sprecherin weiter.

CR wies in seinem Artikel darauf hin, dass man solche Kinderkrankheiten von brandneuen Modellen erwarten müsse. Deshalb empfehlen die Konsumentenschützer generell, kein Fahrzeug aus dem ersten Produktionsjahr eines neuen Modells zu kaufen.

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