Mittwoch, 24. April 2019

Problematisches Image, hohe Kosten VW und Mercedes prüfen Diesel-Rückzug aus den USA

Mercedes C 300 d: Die Diesel-Version der Limousine brachte Daimler erst gar nicht auf den US-Markt - und stellt sein komplettes Dieselangebot in den USA nun auf den Prüfstand

Mit viel Geld bastelten deutsche Autobauer am Image des "Clean" Diesel in den USA. Kaum acht Jahre später erwägen Volkswagen und Mercedes, keine neuen Diesel-Autos mehr auf dem weltweit zweitgrößten Automarkt anzubieten.

Es ist gerade mal acht Jahre her, dass die deutschen Autobauer damit begannen, dem Diesel-Motor mit einer groß angelegten Kampagne in den USA zu einem besseren Standing zu verhelfen - galt es doch vor allem Toyotas Hybridantrieb etwas entgegenzusetzen. Mit Erfolg: Deutsche Hersteller dominieren den US-Markt für Diesel-Fahrzeuge seit Jahren mit einem Anteil von 90 bis knapp 100 Prozent.

Immer wieder machte sich auch VDA-Präsident Matthias Wissmann für den Diesel stark - nicht nur in den USA. Auch als der Abgasskandal den Volkswagen-Konzern längst in seinen Grundfesten erschüttert hatte, redete Wissmann dem Diesel noch das Wort.

Zur Detroit Motor im Januar betonte Wissmann im Namen der Autoindustrie: "Wir halten am Diesel fest. Denn wir sind davon überzeugt, dass der Diesel nicht nur beim Verbrauch und damit bei den CO2-Emissionen seine Vorteile ausspielen kann, sondern dass er - mit modernster Abgastechnologie - auch die anspruchsvollsten Schadstoffgrenzwerte einhält."

Seine Klientel, die Autobauer, sehen das mittlerweile anders. So will Volkswagen seine Dieselmotoren in den USA komplett aus dem Programm nehmen, ließ VW-Markenchef Herbert Diess das "Handelsblatt" wissen. Der Grund seien eben die anspruchsvollen Gesetze in den USA. Gerade bei den schädlichen Stickoxiden seien die Grenzwerte dort viel niedriger als in Europa, beklagt Diess. Wegen des Abgasskandals hatte Volkswagen den Verkauf von Dieselmodellen schon im Herbst vergangenen Jahres eingestellt.

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