Sonntag, 20. Oktober 2019

Tödlicher Unfall mit Volvo XC90 Volvo-Zulieferer gibt Uber die Schuld - Standardsoftware war deaktiviert

Der Unfallwagen
REUTERS/ NTSB
Der Unfallwagen

Ein Zulieferer gibt Uber die Schuld am tödlichen Unfall in Arizona. Die ursprünglichen Sicherheitssysteme des Volvo hätten die Fußgängerin entdeckt und den Crash verhindert - diese seien aber im Uber-Testfahrzeug abgeschaltet gewesen. Für Volvo ist es wichtig, sein gutes Sicherheits-Image zu verteidigen.

Ein selbstfahrendes Auto mit Uber-Software an Bord tötet in Arizona eine Frau - beim Wagen handelt es sich um einen Volvo XC90. Doch die Schweden treffe am Unfall keine Schuld, erklärte nun der Zulieferer Aptiv, der die Radar- und Kamerasysteme für die Sicherheitsassistenten des XC90 fertigt: Die normalen Sicherheitssysteme des Wagens, die solche Unfälle verhindern sollen, seien deaktiviert gewesen, erklärte ein Sprecher der Firma gegenüber "Bloomberg". Die Systeme von Volvo hätten mit denen von Uber "nichts zu tun".

Der verwendete Volvo ist standardmäßig mit einem Notbremsassistenten ausgerüstet. Das Auto kann - anders als in der Version von Uber - nicht autonom fahren, bremst aber bei erkannten Hindernissen selbstständig.

Ein anderer Volvo-Zulieferer ging sogar noch weiter: Die normale Volvo-Technik hätte die Fußgängerin erkannt, so der Zulieferer Mobileye. Man habe die eigene Software überprüft, und zwar anhand des Unfallvideos, das auf einem Fernseher wiedergegeben wurde. Dabei habe die Software die Frau eine Sekunde vor dem Zusammenstoß erkannt, und das trotz der laut Mobileye deutlich schlechteren Bildqualität, verglichen mit den normalen Systemen an Bord eines Autos.

Video zeigt Sekunden vor Unfall mit Uber-Auto:

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Bild: REUTERS

Mobileye ist eine Tochterfirma des Chiphersteller Intel und fertigt Chips und Sensoren, die auch in den Sicherheitssystemen von Aptiv verwendet werden. Diese Sensoren liefern unter anderem dem Notbremsassistenten des Volvo XC90 die notwendigen Daten, um Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und das Auto abzubremsen.

Ein Firmensprecher von Aptiv erklärte gegenüber Bloomberg, man wolle nun verhindern, dass Leute glauben, die Sicherheitstechnik des Volvo habe versagt. Uber wollte den Unfall dem Nachrichtenportal gegenüber nicht weiter kommentieren. Der Fahrdienstleister hatte im November verkündet, 24.000 Volvo-SUV zu kaufen, um darin eigene Sensoren und Software zu installieren. Der US-Bundesstaat Arizona untersagte Uber jedoch mittlerweile die Tests autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen.

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