Prognose unter Vorbehalt Motorenbauer Deutz zahlt wieder Dividende

Wegen möglicher Folgen des Ukraine-Krieges wagt der Motorenhersteller Deutz einen Ausblick nur unter Vorbehalt. Doch die Dividende scheint die Investoren zu versöhnen - die Aktie zieht kräftig an.
Motorenbauer Deutz: Der Spezialist für Dieselmotoren für Bau- und Agrarmaschinen führt über eine Tochter auch Bootsmotoren im Programm

Motorenbauer Deutz: Der Spezialist für Dieselmotoren für Bau- und Agrarmaschinen führt über eine Tochter auch Bootsmotoren im Programm

Foto: Friso Gentsch/ dpa

Der Kölner Motorenbauer Deutz blickt angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs vorsichtig auf das Geschäftsjahr. Die direkten Folgen seien zwar überschaubar, da der Umsatz in der Ukraine, Russland und Belarus insgesamt zuletzt lediglich knapp 20 Millionen Euro betragen habe, sagte der neue Konzernchef Sebastian Schulte (43) am Montag bei der virtuellen Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2021.

Insbesondere die Folgen für die Lieferketten sowie für die Transport-, Energie- und Rohstoffkosten seien jedoch nicht völlig absehbar. "Derzeit sieht das noch gut aus." Daher stehe die Anfang Februar erstellte Prognose unter Vorbehalt. Schulte tritt das Amt in einer besonders turbulenten Zeit an, nachdem der Vorstandsvorsitzende Frank Hiller nach Differenzen über den Umgang mit Vorgaben für mehr Frauen seinen Posten räumen musste .

Bislang gehe Deutz davon aus, 2022 zwischen 165.000 und 180.000 Motoren abzusetzen. Der Umsatz solle auf 1,7 bis 1,85 Milliarden Euro steigen und die Ebit-Rendite vor Sondereffekten zwischen 3,5 und 5,5 Prozent liegen. Sobald mehr Klarheit herrsche, werde sich das Management wieder dazu äußern, sagte Schulte.

Nach dem von der Corona-Krise beherrschten Krisenjahr 2020 hatte der Traditionskonzern 2021 kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um ein Viertel auf 1,62 Milliarden Euro und die operative Ergebnismarge um rund acht Prozentpunkte auf 2,3 Prozent.

Unter dem Strich stand ein Gewinn von gut 38 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 15 Cent je Aktie erhalten, nachdem die Ausschüttungen für 2019 infolge der Corona-Pandemie gestrichen und für 2020 wegen des Bilanzverlustes kein Thema war. Mit der Ankündigung nun will das Unternehmen umgerechnet 18,1 Millionen Euro an seine Aktionäre weitergeben.

Aktie zieht kräftig an, aber weit von Mehrjahreshoch entfernt

Die Deutz-Aktie  legte am Montag zeitweise um mehr als 8 Prozent zu. Trotz der jüngsten Erholung liegt der Börsenkurs aber immer noch knapp 40 Prozent unter dem Mehrjahreshoch von knapp 8,50 Euro im vergangenen September.

Deutz verkauft vorwiegend Dieselmotoren für Bau- und Agrarmaschinen, hat aber über die Tochter Torqeedo auch Bootsmotoren im Programm. Diese waren im vergangenen Jahr prozentual leicht stärker gefragt als die Deutz-Motoren, machen aber nur etwa ein Fünftel des Gesamtmotorenabsatzes aus.

sio/Reuters/DPA