Donnerstag, 19. September 2019

Einer der größten Börsengänge weltweit Uber will zehn Milliarden Dollar einsammeln

Uber-Logo: Der Mitfahrdienst könnte bei dem Börsengang mit bis zu 120 Milliarden Dollar bewertet werden

Der Mitfahrdienst Uber wird voraussichtlich am Donnerstag erste Details zu seinem geplanten Börsengang bekanntgeben. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, will das Unternehmen bei dem IPO rund zehn Milliarden Dollar einnehmen. Damit könnte es der größte US-Börsengang des Jahres und einer der zehn größten in der Geschichte überhaupt werden.

Dem Bericht zufolge will der Fahrdienst noch in diesem Monat mit der Werbetour für Investoren (Roadshow) starten. Die Erstnotiz könnte dann im Mai über die Bühne gehen. Früheren Berichten zufolge könnte Uber bei dem Börsengang insgesamt mit bis zu 120 Milliarden Dollar bewertet werden.

Investoren erhoffen sich im Zuge der Roadshow ausführliche Informationen darüber, ob Uber diese Summe auch wert ist. Der Konzern hatte bereits im Dezember bei der US-Börsenaufsicht den Antrag gestellt und einige Eckdaten vorgelegt - mit der Bekanntgabe des Börsengangs könnten sich Anleger dann das komplette Bild machen.

Konkurrent Lyft ist bereits an der Börse - mit mäßigem Erfolg

Ubers Konkurrent Lyft ist Ende März an die Börse gegangen. Dadurch haben Investoren auch eine gute Vergleichsgröße. Lyft nahm beim Börsengang 2,3 Milliarden Dollar durch die Ausgabe von Aktien ein. Die Gesamtbewertung lag bei mehr als 24 Milliarden Dollar.

Für Anleger war Lyft allerdings nur am ersten Handelstag ein Erfolg. Das Papier legte in den ersten Handelsminuten bis zu 23 Prozent auf 88,60 Dollar zu, konnte das Niveau aber nur kurz halten. Am Ende des ersten Handelstags betrug das Kursplus noch neun Prozent und bereits am nächsten Tag sackte der Kurs unter den Ausgabepreis von 72 Dollar bis auf 66,10 Dollar ab. Zuletzt lag der Kurs kaum darüber.


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Lyft ist an der US-Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen notiert - Uber soll sich dagegen für deren Konkurrenten, der zur Intercontinental Exchange gehörenden New York Stock Exchange (NYSE) entschieden haben.

Taxifahrer protestieren gegen Uber und Co.

In Deutschland stehen Mitfahrdienste wie Uber und Co. unter massivem Beschuss der Taxifahrer. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BZP) hat Fahrer in rund 30 deutschen Städten für Mittwoch zu bundesweiten Demonstrationen gegen die geplante Liberalisierung des Marktes aufgerufen.

Die Proteste richten sich gegen Pläne des Verkehrsministeriums, den Fahrdienstmarkt zu öffnen. Wesentliche Auflagen für neue Mobilitätsdienstleister wie Uber, Moia und andere sollen gestrichen werden. Taxis müssten sich damit auf mehr Konkurrenz einstellen. Für viele Fahrer geht es nach BZP-Angaben um die Existenz. Zahlen zu Umsatzeinbußen seit dem Aufkommen der neuen Mobilitätsdienste liegen dem Verband nicht vor.

mg/dpa-afx

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