Montag, 20. Mai 2019

Börsengang im Frühjahr angepeilt Schon wieder: Milliardenverlust bei Uber

Das Wachstum des US-Fahrdienstvermittlers Uber ist nahezu erlahmt. Im dritten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal wegen kaum steigender Buchungszahlen um nur noch fünf Prozent auf 2,95 Milliarden Dollar zu, teilte der US-Konzern mit. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war es ein Plus von 38 Prozent. Unter dem Strich fuhr Uber mit 1,07 Milliarden Dollar jedoch erneut einen Milliardenverlust ein. Im Vorjahreszeitraum stand sogar ein Minus von 1,46 Milliarden Dollar an.

Seit seiner Gründung steckt das Unternehmen in den roten Zahlen. Uber investiert stark in neue Geschäftsfelder wie die Auslieferung von Essen, Elektro-Fahrräder und -Scooter sowie Frachtangebote. Nun steht Konzern-Chef Dara Khosrowshahi unter Druck. Er muss zeigen, dass Uber vor dem Börsengang im nächsten Jahr in die schwarzen Zahlen finden kann. Der Zeitpunkt für den gang aufs Parkett steht zwar noch nicht fest, Insidern zufolge will Uber aber bereits in der ersten Jahreshälfte den Sprung an die Börse wagen, auch um einem möglichen Börsengang des US-Rivale Lyft zuvorzukommen.

Beobachter halten es angesichts der andauernden Verluste für wahrscheinlich, dass der Fahrdienstvermittler in Indien und dem Nahen Osten mit Rivalen fusionieren könnte. So haben Uber wie auch Ola aus Indien mit dem japanischen Finanzinvestor Softbank den gleichen Großaktionär. Khosrowshahi hat sich bereits von einigen ausländischen Märkten verabschiedet und ein paar kostspielige Projekte wie selbstfahrende Lastkraftwagen an den Nagel gehängt.

Uber wurde 2009 gegründet und wird seitdem von privaten Investoren kräftig unterstützt. Erst im August hatte das Unternehmen mit dem japanischen Autokonzern Toyota eine Investition von 500 Millionen Dollar für die Entwicklung selbstfahrender Autos vereinbart. Im Rahmen dieses Deals wurde der Wert von Uber laut Medienberichten auf 72 Milliarden Dollar veranschlagt.

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Hauptaktivität von Uber ist aber nach wie vor die Vermittlung von Fahrangeboten über Smartphone-Apps. Das Unternehmen ist damit in mehr als 60 Ländern aktiv und zu einer Konkurrenz für die etablierten Taxiunternehmen geworden.

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rtr/akn

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