Milliardenverlust im zweiten Quartal Homeoffice-Ära setzt Uber hart zu

Um 75 Prozent brachen die Buchungen beim US-Fahrdienst Uber im zweiten Quartal ein. Das floriende Geschäft mit Essensauslieferungen konnte dies nicht auffangen. Uber streicht wie angekündigt 6700 Jobs.
Je länger die Coronavirus-Pandemie in den USA anhält, desto größer werden seine Probleme: Uber-Konzernchef Dara Khosrowshahi

Je länger die Coronavirus-Pandemie in den USA anhält, desto größer werden seine Probleme: Uber-Konzernchef Dara Khosrowshahi

Foto: SAJJAD HUSSAIN/ AFP

Dem US-Fahrdienst Uber werden die weltweiten Ausgangsbeschränkungen und Homeoffice-Arbeiter in der Corona-Krise zum Verhängnis. Die Zahl der aktiven Nutzer brach um fast die Hälfte auf 55 Millionen ein, wie der Konzern in der Nacht zu Freitag mitteilte. Uber meldete für das zweite Quartal einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar. Aktien  von Uber verloren im nachbörslichen Handel 4,2 Prozent. 

Die Buchungen lagen im abgelaufenen Quartal um 75 Prozent niedriger als im Vorjahr. Allerdings nahm das Geschäft mit Essensauslieferungen weiter Fahrt auf, weil Menschen zwar nirgendwohin fuhren, sich dafür aber Essen kommen ließen. Uber hat Konsequenzen gezogen, um das Ziel noch zu erreichen, vor Ende 2021 auf bereinigter Basis profitabel zu sein. So streicht das Unternehmen insgesamt 6700 Jobs und fährt darüber hinaus die Kosten herunter. Uber hatte den Stellenabbau bereits Mitte Mai angekündigt.

Ursprünglich hatte sich Uber angeschickt, Mobilität neu zu erfinden. Der US-Konzern versetzte damit weltweit die Taxibranche in Aufruhr und rief viele Nachahmer wie Lyft oder Ola auf den Plan. Wie bei Uber lassen sich dort per App Fahrten bei Privatleuten buchen. Die Erholung der Vermittlungen hänge von der Fähigkeit der Staaten ab, das Virus einzudämmen, sagte Firmenchef Dara Khosrowshahi (51). In Hongkong und Neuseeland seien die Buchungen derzeit höher als vor Ausbruch der Pandemie. "Unsere globale Ausrichtung bleibt ein großer Vorteil."

Um sich unabhängiger von der Entwicklung der Fahrvermittlungen zu machen, setzt Uber seit einiger Zeit verstärkt auf Essenslieferungen. Diesen Bereich baut das Unternehmen auch mit Zukäufen aus wie jüngst der milliardenschweren Übernahme des US-Konkurrenten Postmates, durch die Uber nun auf einen Marktanteil in den USA von etwa 30 Prozent kommt. Doch bleibt der Markt hart umkämpft: So schnappte Just Eat Takeaway sich Grubhub und fügte Uber damit eine empfindliche Niederlage zu.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz von Uber Eats um grob das Doppelte auf 1,2 Milliarden Dollar. Die Gesamterlöse fielen allerdings um 29 Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar, lagen damit aber noch über den Erwartungen der Experten. 

rei/Reuters
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