Trotz Chip-Krise Porsche mit Rekordzahlen

Porsche lieferte 2021 ein Rekordjahr ab und bleibt auch für das laufende Jahr optimistisch. Trotz Störungen der Produktion durch den Ukraine-Krieg hält der Sportwagenbauer an seinem ehrgeizigen Renditeziel von mindestens 15 Prozent fest.
Bereit für den Börsengang: Porsche-Chef Oliver Blume

Bereit für den Börsengang: Porsche-Chef Oliver Blume

Foto: Fabian Sommer/ picture alliance/dpa

Der Sportwagenbauer Porsche hat 2021 Rekordwerte eingefahren. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume (53) bezeichnete das vergangene Jahr als "das erfolgreichste in der Geschichte von Porsche". Wie das Unternehmen bei Vorlage des Geschäftsberichts am Freitag in Stuttgart mitteilte, erreichten der Umsatz und das operative Ergebnis neue Spitzenwerte. Demnach wuchs der Umsatz um 15 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um 27 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand 2021 ein Gewinn in Höhe von vier Milliarden Euro, nach 3,2 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Strategisch, operativ und finanziell sei Porsche hervorragend aufgestellt, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke (55). "Deshalb blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft – und begrüßen die Prüfung eines Börsengangs der Porsche AG ", so Meschke. "Dadurch könnte Porsche sein Profil schärfen und die unternehmerische Freiheit steigern." Das Unternehmen gilt als Renditeperle des VW-Konzerns und soll möglichst noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden, die Prüfungen zur Umsetzbarkeit laufen.

Läuft glänzend: Porsche-Werk in Leipzig

Läuft glänzend: Porsche-Werk in Leipzig

Foto: Sebastian Willnow / imago/Sebastian Willnow

Angesichts des Ukraine-Kriegs blicke Porsche mit großer Sorge und Betroffenheit auf die Auseinandersetzungen. Bereits Anfang März hatte Porsche angekündigt, sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine auszusetzen. Der Krieg habe Auswirkungen auf die Lieferketten, eine geordnete Produktion sei teilweise nicht mehr möglich. So stoppte Porsche in der vergangenen Woche vorübergehend die Produktion seines E-Sportwagens Taycan in Stuttgart-Zuffenhausen, weil Bauteile fehlten. "Vor uns stehen wirtschaftlich und politisch herausfordernde Monate, dennoch halten wir an unserem seit Jahren fest verankerten strategischen Ziel fest, langfristig eine operative Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent abzusichern", erklärte Meschke.

Eine geordnete Produktion sei teilweise nicht mehr möglich, erklärte Meschke. Eine Task Force überprüfe ständig die Auswirkungen des Krieges auf die Geschäftstätigkeit von Porsche und habe Maßnahmen ergriffen, um den Gewinn zu sichern. "Damit wollen wir sicherstellen, dass wir unseren hohen Ertragsanspruch weiterhin erfüllen können. Inwieweit das gelingt, hängt auch von externen Herausforderungen ab, die wir nicht beeinflussen können", gab sich Meschke vorsichtig. Der Mutterkonzern Volkswagen hatte wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine Anfang März ein Ende der Fahrzeugexporte nach Russland und der Produktion vor Ort erklärt.

Schneller vollelektrisch

Porsche-Chef Blume kündigte zudem an, die Elektrooffensive werde mit einem weiteren Modell Mitte des Jahrzehnts verstärkt. Der Sportwagen 718 werde dann ausschließlich noch vollelektrisch angeboten. Blume setzte die Latte auch beim Absatzziel für reine E-Autos höher: Bis 2030 sollen mehr als 80 Prozent der verkauften Neuwagen vollelektrisch sein – bisher galt die Quote für elektrifizierte Modelle, also sowohl batterieelektrische als auch Plug-in-Hybride.

Im vergangenen Jahr lieferte die VW-Sportwagentochter 302.000 Neuwagen aus, ein Plus von elf Prozent. Eine Absatzprognose gab der Porsche-Chef jedoch nicht. Zu Jahresbeginn, vor Ausbruch des Krieges, war Vertriebschef Detlev von Platen (58) noch zuversichtlich gewesen, das Wachstumstempo beibehalten zu können. Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg noch stärker um 27 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite kletterte auf 16,0 Prozent – "ein Wert, um den wir in unserer Branche weltweit beneidet werden", sagte Meschke.

hr/dpa, Reuters