Milliardengewinn in 2021 Traton-Auftragsbuch so voll wie nie zuvor

360.000 Bestellungen stehen im Auftragsbuch der Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton. Das stimmt Finanzchefin Danielski optimistisch - wäre da nicht der Ukraine-Krieg.
Trucks der Gruppe Traton (Scania, MAN, Navistar) sind gefragt, die Auftragsbücher sind voll

Trucks der Gruppe Traton (Scania, MAN, Navistar) sind gefragt, die Auftragsbücher sind voll

Foto: Sven Hoppe / DPA

Der Volkswagen-Nutzfahrzeugholding Traton blickt angesichts voller Auftragsbücher zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Auch eine bessere Versorgung mit Halbleitern in der zweiten Jahreshälfte stimme optimistisch, sagte Finanzchefin Annette Danielski (56) am Dienstag. Absatz und Umsatz dürften zulegen, mit einer operativen Rendite von fünf bis sieben Prozent sei zu rechnen.

Die Prognose sei allerdings abhängig vom weiteren Verlauf des Kriegs in der Ukraine und insbesondere den Auswirkungen auf die weltweiten Lieferketten. Insgesamt stehen derzeit Bestellungen über 359.975 Fahrzeuge in den Auftragsbüchern, zwei Drittel mehr als Ende 2020. Traton hatte im vergangenen Jahr 271.608 Lkw und Busse ausgeliefert, rund 43 Prozent mehr als im krisengeschüttelten Jahr 2020.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Volkswagen-Tochter mit den Marken Scania, MAN, Navistar, VWCO und Rio um mehr als ein Drittel auf 30,6 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen weiter mit. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn stieg von 135 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 1,6 Milliarden Euro. Damit fielen die Zahlen wie von Analysten erwartet aus. Die entsprechende Marge lag bei 5,2 Prozent nach lediglich 0,6 Prozent im Vorjahr.

Die Sondereffekte kamen das Unternehmen allerdings teuer zu stehen, so belastete der Umbau der chronisch renditeschwachen Marke MAN mit 696 Millionen Euro, das EU-Kartellverfahren gegen Scania schlug mit 510 Millionen Euro zu Buche.

rei/Reuters/DPA