Sonntag, 18. August 2019

Weltgrößer Autobauer entwickelt reine Batterieautos Toyota setzt Top-Leute auf Elektroauto-Blitzstart an

Echte Chefsache: Toyota-Chef Akio Toyoda persönlich leitet die neue Elektroauto-Sparte des Konzerns

2. Teil: Nur drei Jahre Entwicklungszeit für neues E-Modell

Nun sollen Toyotas Top-Manager und Ingenieure im einen zweiten Toyota-Anlauf Richtung Elektroautos wagen - im Schnelldurchlauf. Denn bis 2020, so heißt es in Medienberichten, wollen die Japaner ein Elektroauto mit mindestens 300 Kilometern Alltagsreichweite im Handel haben.

Die Japaner sind dabei später dran als die Konkurrenz. Volkswagen etwa hat im Sommer den großen Wandel Richtung Elektroauto verkündet und vor kurzem seine detaillierten Pläne für die Kernmarke VW vorgestellt. Bis 2020 wollen die Wolfsburger eine Art Elektro-Nachfolger des Golf mit 500 Kilometer Reichweite bringen - zu Preisen, die laut VW-Oberstrategen Sedran kaum mehr über jenen für vergleichbare Dieselautos liegen werden.

General Motors bringt in wenigen Wochen sein Elektroauto Bolt zu den Händlern, das Schwestermodell von Opels Ampera-e. Der Bolt wird rund 35.000 Dollar kosten und kommt auf eine Alltagsreichweite von 300 Kilometer. Die Renault-Nissan-Allianz setzte früh auf Elektroautos und pimpte kürzlich die Batterie des Kompakt-Stromers Leaf in Richtung Langstreckentauglichkeit. Und selbst Hyundai, bislang ebenfalls ein Elektrokost-Verächter, hat nun eine rein batteriegetriebene Version des Modells Ioniq am Start.

Gesetzgeber in Europa und China begünstigen reine E-Autos

Getrieben wird die plötzliche Elektroauto-Begeisterung der Autohersteller von sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen - nicht nur in den USA, sondern vor allem in Europa und China. Diese begünstigen rein batteriegetriebene Elektroautos, die notwendige Tank-Infrastruktur für Wasserstofffahrzeuge fehlt noch großteils. Das erkennen auch die Toyota-Strategen, und deshalb schwenken sie um. Denn weltgrößter Autohersteller wird man nur, wenn man produziert, was der Markt von einem fordert. Und das konnte Toyota in den vergangenen Jahrzehnten ziemlich gut.

Dem Wasserstoff bleiben die Japaner aber trotzdem treu. Schon jetzt, also gerade mal zwei Jahre nach dem Start des Mirai, kündigen sie die zweite Generation des Mirai an - für 2020. Und eine Milliarde Dollar investieren die Japaner in die Forschung am autonomen Fahren. Denn unter Geldmangel leidet Toyota nicht. Seit Jahren ist der Konzern der profitabelste Massenhersteller der Welt.

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