Weltgrößter Autobauer Toyota kappt sein Produktionsziel

Die Coronakrise sowie der Mangel an Mikrochips machen dem weltgrößten Autohersteller zu schaffen: Toyota kürzt seine Produktionspläne für das laufende Geschäftsjahr.
Toyota-Showroom in Tokio: Der Autobauer leidet unter der Corona-Krise und dem Chipmangel

Toyota-Showroom in Tokio: Der Autobauer leidet unter der Corona-Krise und dem Chipmangel

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KAZUHIRO NOGI/ AFP

Der weltgrößte Autobauer Toyota kürzt wegen der Corona-Pandemie in Vietnam und Malaysia sein Produktionsziel um 300.000 Fahrzeuge. Statt 9,3 Millionen erwartet der Konzern in seinem bis März laufenden Geschäftsjahr nur neun Millionen Fahrzeuge. Als Grund nannte Toyota Einschränkungen in den beiden südasiatischen Ländern bei der Bekämpfung der Pandemie, die zu Produktionsausfällen in Werken führten. "Es ist eine Kombination aus dem Coronavirus und Halbleitern, aber im Moment ist es das Coronavirus, das die überwältigenden Auswirkungen hat", sagte ein Manager.

Die Chipkrise zwingt Autobauer weltweit immer wieder, die Produktion zurückzufahren. An dem operativen Ergebnisziel von 2,5 Billionen Yen (19,2 Milliarden Euro) solle das aber nichts ändern.

Für September und Oktober will der Konzern unterdessen die Produktionspläne anpassen. Rund 370.000 Fahrzeuge seien in den beiden Monaten davon betroffen. Zwar sei unklar, wie sich der weltweite Halbleitermangel für die Monate ab November weiter auswirken werde. Der Vorstand bekräftigte aber, dass es weiterhin eine "sehr starke" Nachfrage gebe und daher die Pläne zunächst beibehalten werden.

Das Problem von Autobauern wie Toyota machen frische Zahlen aus China deutlich. Demnach verzeichnet die chinesische Autoindustrie weiterhin sinkende Umsätze aufgrund der globalen Engpässe an Halbleitern. Die Verkaufszahlen schrumpften im August den vierten Monat in Folge um 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

So wurden im vergangenen Monat 1,8 Millionen Fahrzeuge in der Volksrepublik verkauft, wie Daten des chinesischen Verbands der Automobilhersteller (CAAM) zeigen. Das Wachstum am Automobilmarkt würde dieses Jahr unter vorherigen Prognosen von 6,5 Prozent erwartet, sagte ein Vertreter des Verbandes. Man erwarte angesichts der Pandemie keine baldige Lösung für den herrschenden Mangel an Halbleitern.

Der Engpass hat vor Toyota bereits große Autohersteller wie Ford Motor, Honda Motor, General Motors und Volkswagen dazu gezwungen, die Produktion herunterzuschrauben oder gar einzustellen. Die Branchendaten des CAAM zeigen gleichzeitig eine positive Entwicklung für Elektro- und Hybridautos, wo sich der Umsatz verdoppelte.

cr/dpa/Reuters