Wettlauf um die besten Batterien Toyota investiert Milliarden in Elektroauto-Akkus

Toyota setzte lange in puncto Elektroauto vor allem auf Hybridfahrzeuge. Das ändert sich, denn der weltgrößte Autobauer will nicht den Anschluss verlieren. Rund 14 Milliarden Dollar wollen die Japaner jetzt in die Entwicklung neuer Akkus investieren.
Toyota Prius: Die meisten elektrifizierten Autos von Toyota sind noch als Hybridfahrzeug unterwegs, die Zahl reiner Elektroautos soll sich erhöhen. Doch wird sich Toyota auch in Zukunft nicht auf eine Art des Antriebs festlegen

Toyota Prius: Die meisten elektrifizierten Autos von Toyota sind noch als Hybridfahrzeug unterwegs, die Zahl reiner Elektroautos soll sich erhöhen. Doch wird sich Toyota auch in Zukunft nicht auf eine Art des Antriebs festlegen

Foto: KAZUHIRO NOGI / AFP

Die Zukunft des Autoverkehrs ist elektrisch – wer hätte da noch ernsthaft Zweifel, angesichts rasant steigender Zulassungszahlen, enormer Investitionen der Hersteller  und ebenso milliardenschwerer Kaufanreize  in vielen Staaten? Klar ist aber auch: Um dem Elektroauto tatsächlich massenhaft zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es nicht nur eine flächendeckende Ladeinfrastruktur, sondern auch bezahlbare Modelle und damit vor allem günstigere Akkus. Denn die Batterie ist nach wie vor das teuerste Bauteil eines Elektroautos.

Beim Aufbau von Batteriekapazitäten liefern sich die Autobauer einen regelrechten Wettlauf. Quasi im Monatstakt kündigen Hersteller und Geldgeber hohe Investitionen in neue Batteriefabriken an, manche Experten warnen gar schon vor einem Überangebot bei Batteriezellen.

Toyota, bisher vor allem bekannt als Anbieter von Hybrid-Modellen ohne Ladestecker, will nun fast 14 Milliarden Dollar in die Batterieentwicklung investieren, um bei diesem Wettlauf um günstigere E-Autos und Plugin-Hybridfahrzeuge nicht hintanzustehen. Bis zum Jahr 2030 wollen die Japaner eine Batteriekapazität von bis zu 200 Gigawattstunden in ihren dann acht Millionen elektrifizierten Autos verbaut haben – eine Million davon sollen dann reine Stromer sein.

Anders als etwa Volkswagen setzt Toyota stärker auf einen Mix an Batterietechnologien. Zum einen will Toyota eine Lithium-Ionen-Technologie anwenden, bei der Akkuzellen gasförmigen Wasserstoff als aktives Material nutzen und diese Technologie weiter ausbauen. Zum anderen setzt Toyota auf Feststoff- oder Festkörperbatterien. Sie gelten als Hoffnungsträger gegenüber der bislang führenden Lithium-Ionen-Akkutechnik, um höhere Reichweiten und schnellere Ladezeiten zu erzielen. Auch gelten sie als kostengünstiger und als sicherer, weil sie keine flüssigen, tendenziell feuergefährlichen Lösungen verwenden.

"Wir haben das Gefühl, dass wir der Kommerzialisierung einen Schritt nähergekommen sind, nachdem wir die kurze Lebensdauer als Problem erkannt haben", erklärte Masahiko Maeda, Chief Technology Officer von Toyota, in einem Briefing für Investoren . Der Autobauer wolle Festkörperbatterien verstärkt in Hybriden einsetzen, um die Technologie schneller auf den Markt zu bringen. Erste Autos mit dem neuen Batterietyp wolle Toyota im kommenden Jahr auf Testfahrt schicken, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts könnte dieser Batterietyp dann womöglich Serienreife erreichen.

Preis für Autobatterien soll um die Hälfte sinken - bei mehr Leistung

Das Ziel ist anspruchsvoll: Mit der Entwicklung leistungsfähigerer und neuartiger Akkus für vollelektrische und elektrifizierte Autos will Toyota die Kosten je Autobatterie bis 2030 um rund die Hälfte senken und die Leistung um bis zu ein Drittel erhöhen. Um das Ziel zu erreichen, wolle Toyota die Zusammenarbeit mit Zulieferern wie CATL, Panasonic und Toshiba ausbauen.

Ob sich am Ende tatsächlich ein bestimmter Batterietyp wie der Feststoff-Akku durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist, die Konkurrenz schläft nicht. Denn um die verschärften Klimaziele einhalten zu können, müssen die Hersteller mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in die Flotten bringen.

Auch deshalb drückt zum Beispiel der Wettbewerber Volkswagen aufs Tempo, will zum Jahr 2030 mit Partnern sechs Batteriezellfabriken in Europa aufbauen, auch um sich von asiatischen Lieferanten unabhängiger zu machen. Zudem haben die Wolfsburger bei ihrem Batteriezell-Partner Northvolt zuletzt Akkus im Wert von 14 Milliarden Dollar für das nächste Jahrzehnt bestellt. Volkswagen hält nach der jüngsten Finanzierungsrunde weiter rund ein Fünftel der Anteile an dem wichtigsten europäischen Batteriehersteller. Die Schweden wollen bis 2030 ihre jährliche Produktionskapazität auf 150 Gigawattstunden erhöhen und streben einen Marktanteil von 25 Prozent in Europa an.

rei
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