Fotostrecke

Brennstoffzelle als Auto-Motor: Diese Wasserstoff-Autos gibt es bereits - oder schon bald

Foto: Hyundai

Hybrid-Vorreiter deutet Kurskorrektur an Toyota schwenkt auf Volkswagen-Strategie ein

Kaum ein Konkurrent hat Deutschlands Auto-Topmanager je so verwirrt und mitunter verängstigt wie Toyota. Nicht nur, dass sich die perfekt organisierten Japaner in den vergangenen Jahren zum profitabelsten Massenhersteller aufgeschwungen haben.

Obendrauf verfügen sie nach Einschätzung vieler Fachleute über eine potenzielle Killer-Applikation für die Zukunft: Den Hybrid-Antrieb, gedacht als Brückentechnik in eine Zukunft, in der dann vor allem Wasserstoffautos fahren. Die Deutschen hatten, nun ja, den Diesel. Für die Zeit danach setzen sie seit einigen Jahren vor allem auf Plugin-Hybride und reine Batterieautos.

Doch ausgerechnet jetzt, da Volkswagen  und Co. unter den folgen des Abgasskandals leiden, kriegt Toyota  offenbar die große technologische Identitätskrise. Das Unternehmen wolle Batterien in den Autos künftig ebenfalls einen größeren Stellenwert einräumen, zitiert das US-Magazin "Forbes" Toyotas Hybrid-Chefingenieur Kouji Toyoshima.

Toyota folgt damit Volkswagen - das hat ein bisschen was von verkehrter Welt. Die Wolfsburger wiederum wenden sich vom reinen Hybridantrieb ab, wie ihn Toyota lange propagierte.

Tatsächlich beißt sich Toyoshimas Ankündigung mit Aussagen aus den vergangenen Monaten. Zuletzt hatte Toyota manche Breitseite gegen die europäisch-amerikanische Elektrofraktion gepfeffert.

Der offizielle Grund für den Kurswechsel ist wohl nur die halbe Wahrheit

Die Batterieautos von Tesla etwa hätten ein "fundamentales physikalisches Problem", ließen die Japaner beispielsweise wissen . Die Energiedichte der Batterien sei einfach zu gering, die Technik daher nicht ökonomisch. Und überhaupt: Strom fürs Autofahren sei ja auch nicht gerade sauber, stamme er doch überwiegend aus Kohle- und Gaskraftwerken.

An diesem Punkt denkt Toyota inzwischen offenbar anders. "Der Stommix ändert sich", sagt Toyoshima, "und immer mehr klimaneutrale Elektrizität wird erzeugt." Deshalb wolle sein Unternehmen mehr Strom im Antrieb nutzen.

Der neue Plugin-Prius belegt den Strategieschwenk. Er kommt rein elektrisch 60 statt 26 Kilometer weit, dank einer größeren Batterie. Erst danach schaltet sich der Benziner zu. Auch einen rein elektrischen Toyota schließt der Ingenieur nicht aus. "Wir nutzen Plugin-Hybride als einen Schritt dazu, künftig mehr Strom in den Autos einzusetzen."

Zwar stimmt es, dass erneuerbare Energien weltweit einen Boom erleben und der Strom daher sauberer wird. Doch harte ökonomische Fakten dürften Toyotas Kurswechsel eher begründen: Batterien werden deutlich billiger, größere Reichweiten der Fahrzeuge damit erschwinglich.

Nun ähneln sich die Strategien der großen Hersteller zunehmend - und werden insgesamt offener für verschiedene Technologien. Die Furcht vor einer Hybrid-und Wasserstoff-Herrschaft Toyotas erscheint jedenfalls zunehmend unbegründet.