Dienstag, 22. Oktober 2019

Besonders in Asien und Europa erfolgreich Toyota steigert Gewinn langsamer als Volkswagen

Autos von Toyota sind in China gefragt. Hier hat der japanische Autobauer mit die größten Wachstumsraten

Dank vor allem steigender Verkäufe in Asien hat Toyota zwischen April und Juni deutlich mehr verdient. Sorgen bereiten dem VW-Konkurrenten und weltweit drittgrößten Autobauer die Importzölle in den USA - auch wenn Toyota bereits gut die Hälfte des US-Absatzes vor Ort produziert.

Ein starkes Auslandsgeschäft und Einsparungen haben Toyota im ersten Geschäftsquartal (April bis Juni) deutliche Gewinne eingebracht. Wie der Autobauer am Freitag mitteilte, erwirtschaftete er im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus beim Betriebsgewinn (Ebit) von 18,9 Prozent auf 682,7 Milliarden Yen (5,27 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Volkswagen baute im gleichen Zeitraum seinen Betriebsgewinn um rund 23 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro aus. Der Hersteller des Hybridwagens Prius und der Luxusmarke Lexus erfüllte damit die Erwartungen für das laufende Finanzjahr.

Die Umsätze von Japans größtem Autohersteller stiegen um 4,5 Prozent auf 7,36 Billionen Yen (56,88 Milliarden Euro). Der Volkswagen-Konzern wiederum hatte den Umsatz um 3,4 Prozent auf 61,1 Milliarden Euro hochgeschraubt.

Zu Beginn seines Geschäftsjahres war Toyota besonders in Asien erfolgreich, wo der Konzern die Erträge um 40 Prozent steigerte. Stark war der Konzern vor allem in China und Thailand. Auf dem Heimatmarkt Japan lief es dank Einsparungen ebenfalls rund. In Nordamerika, dem größten Markt der Japaner, schrumpften die Erträge dagegen um 29 Prozent, weil sich Toyota mit Preisabschlägen gegen einen schrumpfenden Markt stemmte.

"Mit Blick auf eine Reduzierung der Fixkosten machen wir beständig Fortschritte, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen", teilte Toyota-Manager Masayoshi Shirayanagi mit. Für das Gesamtjahr rechnet der japanische Vorzeigekonzern wegen des stärkeren Yen-Kurses weiterhin mit einem Gewinnrückgang von 4,2 Prozent auf 2,3 Billionen Yen.

Vergangene Woche hatte Toyota mitgeteilt, dass die weltweiten Verkäufe im ersten Halbjahr 2018 um 1,6 Prozent auf einen Rekordwert von 5,2 Millionen Fahrzeugen gestiegen seien. Grund sei die enorme Nachfrage in China und Europa. Die Renault-Nissan-Mitsubishi-Gruppe verkaufte im gleichen Zeitraum mit 5,54 Millionen Autos die meisten Fahrzeuge, der Volkswagen-Konzern folgte mit 5,52 Millionen Autos an zweiter Stelle.

Sorgen bereiten dem weltweit drittgrößten Autobauer die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Importzölle. Toyota verkauft mehr Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten als jeder andere japanische Autohersteller und wäre deshalb von solchen Abgaben besonders betroffen. Der Konzern stellt etwa die Hälfte seiner dort verkauften Autos in den USA her, die übrigen Fahrzeuge werden aus Japan, Kanada und Mexiko importiert.

rei/dpa/Reuters

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