Mittwoch, 8. April 2020

Norwegen und Niederlande Tesla-Zulassungen in Europas Top-Märkten brechen ein

Tesla in Norwegen: Die Zulassungen des Elektroautobauers in dem skandinavischen Land brachen zuletzt massiv ein.

Zufriedenstellende Geschäftszahlen, ein in die Höhe schießender Aktienkurs und Kritiker, die, sofern sie Tesla-Aktien geshortet hatten, mitunter viel Geld verloren: Tesla-Chef Elon Musk hatte zuletzt einen echten Run. Doch diese Zahlen dürften dem Unternehmer kaum gefallen: Wie die Finanznachrichtenseite Bloomberg berichtet, sind die Neuzulassungen von Tesla Börsen-Chart zeigen in Norwegen sowie in den Niederlanden in den ersten Wochen dieses Jahres regelrecht eingebrochen.

So habe Tesla im vergangenen Monat in Norwegen lediglich 83 Neuzulassungen registriert, so Bloomberg. Im Vergleichsmonat des Vorjahres seien es noch 1016 gewesen. In den Niederlanden seien die Zulassungen im Februar um 68 Prozent auf 155 ebenfalls drastisch zurückgegangen.

Insgesamt verzeichne Tesla in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Minus bei den Zulassungen in Norwegen von 77 Prozent und in den Niederlanden von 42 Prozent, so der Bericht. Diese Rückgänge seien umso bemerkenswerter, weil zu Beginn des vergangenen Jahres der Verkauf des neuen Tesla Model 3, das im Laufe von 2019 Teslas Absatzzahlen angeschoben hatte, noch gar nicht voll angelaufen sei. Der Vergleichswert aus dem Vorjahr befinde sich also eigentlich auf einem relativ niedrigen Niveau.

Laut Bloomberg gibt es für den Einbruch der Zulassungszahlen verschiedene Gründe. Norwegen, wo in den vergangenen Jahren relativ betrachtet so viele Elektroautos verkauft wurden wie in kaum einem anderen europäischen Land, zeige Anzeichen einer Marktsättigung, heißt es. In den Niederlanden dagegen sei Ende 2019 ein Steuerbonus weggefallen, der in der Vergangenheit die Verkäufe von Elektroautos offenbar gepusht hatte. Einen vergleichbaren Effekt hatte es auch schon in anderen Märkten nach dem Wegfall von Steuervorteilen für Elektroautos gegeben, beispielsweise in den USA.

Tesla könnten die rückläufigen Verkaufszahlen an einer empfindlichen Stelle treffen. Norwegen und die Niederlande gehörten bislang zu den wichtigsten Absatzmärkten des US-Unternehmens. In keinem europäischen Land verkaufte das Unternehmen zuletzt so viele Autos wie in diesen beiden. Mehr als 30.000 Tesla gingen 2019 - erheblich gepusht durch auslaufende Steuervorteile - an Kunden in den Niederlanden. In Norwegen betrugen die Verkäufe knapp 19.000 Stück. Zum Vergleich: In Deutschland verkaufte Tesla 2019 lediglich knapp 11.000 Autos.

Neben den USA und China sind die Niederlande und Norwegen auch die einzigen Länder, für die der Hersteller eigens Verkaufszahlen ausweist. Demnach stiegen die Verkäufe noch im vergangenen Jahr in den Niederlanden um 65 Prozent und in Norwegen um 48 Prozent. Damit habe Tesla einen Rückgang im Heimatmarkt um 15 Prozent zum Teil ausgleichen können, so Bloomberg.

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Zusätzliches Problem: Auch in China litt der Absatz zuletzt unter dem Einschränkungen, die die Ausbreitung des Coronavirus mit sich bringen.

Die Aktie von Tesla befindet sich unterdessen weiter auf einer Berg- und Talfahrt. Nach dem enormen Kursanstieg in den ersten Wochen 2020 kam der Aufschwung zuletzt ins Stocken. Am Montag allerdings stieg der Aktienkurs von Tesla um 11 Prozent, nachdem er in den Tagen zuvor um rund 26 Prozent gefallen war.

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