Freitag, 21. Februar 2020

Tesla verdreifacht Verlust, doch malt rosige Zukunft 2016 wird das härteste Jahr, das Elon Musk je erlebt hat

Elektromobilität: Deutsche Autobauer erhöhen das Tempo für ihre Tesla-Fighter
Porsche

2. Teil: Verzögerungen könnten viel Geld und Vertrauen kosten

Denn schon jetzt bezweifeln Beobachter, dass Tesla etwa seine stolze Wachstumsprognose mit 90.000 verkaufen Wagen im Jahr 2016 halten kann. Mit gutem Grund: Denn Musks Auslieferungs-Ankündigungen erwiesen sich zuletzt als zu vollmundig. So sollte Tesla im vergangenen Jahr ursprünglich 55.000 Fahrzeuge ausliefern, letztlich wurden es um 10 Prozent weniger.

Das hatte auch mit dem mehrfach verschobenen Start des Elektro-SUVs Model X zu tun. Der Wagen mit den auffälligen Flügeltüren sollte ursprünglich im Frühjahr 2015 starten, offiziell vorgestellt wurde das Auto aber erst im Herbst vergangenen Jahres.

Bis Ende 2015 lieferte Tesla gerade mal 208 Model X-Wagen aus. Ein Grund für die Verzögerungen waren die hochklappenden Fond-Türen, wie auch eine Klage von Tesla gegen einen deutschen Zulieferer belegt. Nun soll die Produktion auf 800 bis 1000 Stück pro Woche hochgefahren werden - wenn alles klappt wie geplant.

Die schleppende Fertigung könne zu Lieferschwierigkeiten führen und noch mehr Geld verbrennen, warnt bereits der Autoexperte Brian Johnson von der Großbank Barclays. "Das ruft die Risiken der aggressiven Wachstumsambitionen für die nächsten Jahre zurück ins Gedächtnis", warnt Johnson.

Die Konkurrenz wacht langsam auf

Dabei stehen bei Tesla schon die nächsten Großprojekte an. In Nevada baut das Unternehmen eine riesige Batteriefabrik. Die "Gigafactory" soll Tesla in Zukunft einmal profitabel machen, kostet aber zunächst viel Geld. Einigen Berichten zufolge liegt Tesla dabei nicht ganz im Zeitplan, auch Rohstoff-Engpässe drohen. Beides bestreitet das Unternehmen allerdings.

Fix angekündigt hat Tesla seine nächste Etappe in Richtung Massenmarkt: Ende März will das Unternehmen, die bislang nur die Limousine "Model S" in größerem Stil verkauft, mit dem "Model 3" einen für die breitere Bevölkerung erschwinglichen Stromer vorstellen. Er soll mit etwa 35.000 Dollar weniger als die Hälfte der Premium-Modelle kosten und 2017 den Massenmarkt entern.

Allerdings macht General Motors (GM) mit einem ähnlichen Angebot Konkurrenz. GM will Tesla mit dem Chevrolet Bolt EV zuvorkommen - mit einer Reichweite von 320 Kilometern und einem Preis von rund 30.000 Dollar nach Abzug staatlicher Vergünstigungen ein ernstzunehmender Wettbewerber. In Europa will Opel mit einem ähnlichen Modell auf Tesla-Jagd gehen. Barclays-Analyst Johnson sieht trotzdem gute Chancen für Musks Offerte: "Das Model 3 könnte das Interesse an Tesla Ende März wieder entfachen."

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