Dienstag, 12. November 2019

Solarcity verbrennt nicht nur Geld Walmart verklagt Tesla wegen brennender Solardächer

Tesla-Chef Elon Musk war von der Übernahme des Solarmodul-Herstellers Solar City überzeugt.

Schon 2016 musste Tesla-Chef Elon Musk für sein milliardenschweres Investment Solarcity heftige Kritik einstecken. Das Energieunternehmen verbrennt immer noch viel Geld. Jetzt brennen auch noch die Solaranlagen von Solarcity - und richten Millionenschäden an. Das behauptet jedenfalls der Supermarktriese Walmart und verklagt Tesla.

Der US-Einzelhändler Walmart hat nach Bränden bei mindestens sieben Märkten den Elektroautopionier und Solaranlagen-Hersteller Tesla verklagt. Die Solaranlagen hätten die Feuer ausgelöst, bei denen es zu größeren Schäden gekommen sei, berichtet Reuters unter Berufung auf am Dienstag veröffentlichte Gerichtsunterlagen. Es handle sich um Vertragsbruch und sei eine Folge jahrelanger Vernachlässigung. Tesla habe die Anlagen entworfen, installiert und versprochen, sie auf den Dächern Hunderter Walmart-Supermärkte sicher zu betreiben, behauptet der Einzelhandelsriese.

Eine Entwicklung, die Tesla-Chef Elon Musk offenbar nicht davon abhält, die Werbetrommel für seine Solarunternehmung zu rühren. Auf Twitter kündigte er gerade vollmundig ein neues Mietprogramm für seine Solaranlagen an. Das sei, schrieb er, "als hätte man einen Gelddrucker auf dem Dach".

Walmart hat etwa 240 Supermärkte mit Solaranlagen von Solarcity ausgestattet, das 2016 von Tesla übernommen worden war. Tesla äußerte sich zunächst nicht zu der Klage.

Den Unterlagen zufolge hatten sich die Supermarktkette und Tesla darauf geeinigt, dass Walmart seine Dachfläche für die Solarmodule an Tesla vermietet, um die Energiekosten zu senken. Tesla sollte Eigentümer der Anlagen bleiben und sie warten. Doch genau daran scheint es zu hapern.

Teslas milliardenteures Investment bleibt weit hinter Erwartungen zurück

Tesla hatte 2016 rund 2,6 Milliarden Dollar für Solarcity bezahlt. Zusammen mit Panasonic wollte man in der Gigafactory 2 Komponenten für innovative Solardächer produzieren. Tesla-Chef Elon Musk sprach seinerzeit von einer "idealen Verbindung". Die Übernahme schaffe den einzigen vollintegrierten Energiekonzern der Welt, mit Nachhaltigkeit aus einer Hand: Stromerzeugung und Energiespeicher von Solarcity, umweltschonender Transport mit dem Elektroauto von Tesla. Als "einzigartige Kombination, die übertrifft, was jedes andere Unternehmen bieten kann", schwärmte und tönte Musk seinerzeit.

Doch stieß der Deal schon damals auf Kritik und Widerstand. Aus zweierlei Gründen:

Zum einen arbeitete das Unternehmen, das auch sogenannte "Powerwall"-Akkus als Energiespeicher für Eigenheime und Solar-Dachziegel anbietet, immer noch defizitär und liegt weit hinter den Erwartungen. Statt wie geplant 73 Megawatt, installierte Solarcity im ersten Quartal 2019 lediglich 47 Megawatt und fiel damit deutlich hinter die Konkurrenten Sunrun und Vivint zurück.

Eingesparte Mitarbeiter, weniger Service

In Berichten ist zudem davon die Rede, dass Mitarbeiter aus Kostengründen eingespart und somit auch die Serviceleistungen eingedampft wurden. So manche notwendige Arbeit zum Betrieb und Kontrolle der Solaranalgen müssten die Kunden selbst erledigen.

Zum anderen warfen Kritiker Musk damals schon Interessenkonflikte und Vetternwirtschaft vor, da er zugleich größter Anteilseigner und Verwaltungsratschef bei Solarcity ist. Musk gilt als Geburtshelfer der von Cousins gegründeten und geführten Firma. Der Großinvestor Jim Chanos bezeichnete den Deal seinerzeit daher als "schlimmstes Beispiel für schamlose Unternehmensführung". Die "New York Times" geißelte den den Deal in einer Kolumne als "inzestuös" und stark von Interessenkonflikten behaftet.

mit Reuters, mihec

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