Abgang bei Tesla Elon Musk verliert eine der ranghöchsten Managerinnen

Die Juristin Valerie Capers Workman war die oberste Personalchefin des Elektroautobauers. Sie verteidigte Tesla in der Rassismusdebatte und rechtfertigte Elon Musks Corona-Kurs. Nun verlässt sie das Unternehmen.
Muss sich verabschieden: Tesla-CEO Elon Musk verliert seine Personalchefin Valerie Capers Workman

Muss sich verabschieden: Tesla-CEO Elon Musk verliert seine Personalchefin Valerie Capers Workman

Foto: MICHELE TANTUSSI / REUTERS

Mit Valerie Capers Workman verliert der US-Elektroautobauer Tesla eine der ranghöchsten und nach außen hin sichtbarsten Managerinnen. Die Personalchefin, die bislang direkt an Tesla-Chef Elon Musk (50) berichtet hatte, verlässt den Konzern und heuert nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg  als Chief Legal Officer bei der US-Personalberatung Handshake an.

Die Anwältin war 2018 ins Compliance-Team des Autobauers eingestiegen und dann schnell aufgestiegen. Seit Juli 2020 war Workman als Vice President oberste Personalverantwortliche. In ihre Amtszeit fallen mehrere aufsehenerregende Diskriminierungsprozesse, in deren Kontext sich die Schwarze deutlich zu Rassismusproblemen in den USA geäußert hatte. Auch der erste Diversity-Report des Konzerns  wurde in ihrer Amtszeit veröffentlicht. Außerdem verteidigte sie die umstrittene Corona-Strategie Musks.

Tesla selbst äußerte sich wie üblich nicht zu dem Wechsel. Auf ihrem LinkedIn-Profil  war aber das Ende von Workmans Amtszeit bereits vermerkt. In einer Mail an Bloomberg bestätigte sie den Wechsel und bedankte sich vor allem bei ihren direkten Kolleginnen und Kollegen. Sie glaube, sie gebe den Staffelstab bei Tesla in einer besseren Lage weiter, als sie ihn selbst erhalten habe.

Mit Workman verliert Musk mal wieder eine ranghohe Mitarbeiterin. Zwar hatte sich die Lage nach einer Welle von Abgängen zwischen 2018 und 2020 sowie dem Börsenerfolg des Elektroautobauers etwas beruhigt. Aber die Verbleibedauer in den Toppositionen des Konzerns bleibt offensichtlich weiter kurz.

In den vergangenen Jahren war Tesla immer wieder mit Klagen von People of Colour konfrontiert. Erst im Oktober war Tesla in einem Fall von einem Gericht zu einer 137-Millionen-Dollar-Zahlung verdonnert worden; das Unternehmen geht dagegen vor. Workman hatte den Prozess genau verfolgt und war eigenen Angaben zufolge an jedem Verhandlungstag im Gericht. Tesla sei inzwischen ein anderes Unternehmen als zu Zeiten des Falls 2015 und 2016, schrieb Workman nach dem Urteil an die Belegschaft. Laut dem Diversity-Report sind 10 Prozent der US-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter People of Colour, aber nur 4 Prozent im Management.

Auch in der Pandemie verteidigte sie das Unternehmen. Nachdem Musk sich in der Coronakrise lokalen Vorgaben widersetzt hatte und die Fabrik in Freemont offengelassen hatte, rechtfertigte Workman das Vorgehen. Das Bild des Konzerns sei falsch dargestellt worden, erklärte sie bei einer Anhörung.

lhy
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