Sonntag, 31. Mai 2020

Streit um mögliche Sicherheitsprobleme - US-Aufsicht involviert Tesla startet Schlammschlacht mit Auto-Blogger

Elon Musk: Mögliche Probleme mit der Aufhängung sorgen für Aufregung. Die Verkehrsaufsicht hat sich eingeschaltet. Tesla betont: Es gibt keine Sicherheitsprobleme

2. Teil: Blogger giftet zurück - Streit kommt für Tesla zur Unzeit

Auf Twitter keilt Blog-Autor Niedermeyer zurück: Zunächst solle der US-Autobauer erst einmal seinen Namen richtig schreiben, bevor er sich anmaße, über seine persönlichen Motive für den Blog-Eintrag zu spekulieren. (In Teslas Reaktion ist von "Edward Niedermayer" die Rede). Zweitens sei die Replik Teslas fehlerhaft: Er habe den von Tesla zitierten "Tesla Deathwatch" weder gestartet noch beendet. Drittens habe er weder Kauf- noch Verkaufswetten auf Tesla abgeschlossen - und er berate auch niemanden, der am Finanzmarkt mit solchen Long- oder Short-Positionen unterwegs sei.

Wenn Tesla nicht einsehen wolle, dass es auch in diesem Fall um die öffentliche Sicherheit gehe, dann habe der US-Autobauer das Regulierungssystem und die Aufgaben der Verkehrsaufsicht nicht verstanden. Er kritisierte in diesem Zusammenhang ein angebliches "nondisclosure agreement": Tesla-Kunden sollten sich demnach direkt an Tesla und nicht an die Verkehrsaufsicht NHTSA wenden, wenn mögliche Probleme bei der Fahrzeugsicherheit aufträten. Auch die NHTSA hält eine solche Vereinbarung für nicht akzeptabel: Autofahrer können sich jederzeit unter "Safercar.gov" an die Verkehrsbehörde wenden, wenn sie einen vermeintlichen Sicherheitsmangel entdeckt haben. Tesla betonte, man habe nicht die Absicht, eine solche direkte Kommunikation zwischen der Behörde und Kunden zu unterbinden.

Streit kommt für Tesla zur Unzeit

Der Streit kommt für Tesla zur Unzeit: Schließlich will Musk mit dem etwa 35.000 Dollar teuren Elektroauto Model 3 spätestens ab 2018 den Massenmarkt erobern. Viele halten nicht nur den Zeitplan für ehrgeizig, sondern zweifeln auch an der Profitabilität des Vorhabens. sind die Margen im Massengeschäft bekanntlich deutlich geringer als im Luxussegment, wo Tesla sich bislang hervortat.

Schon die ersten beiden Elektroautos, das Model S und das Elektro-SUV Model X, kamen viel später auf den Markt als angekündigt. Trotz aller Euphorie - über solche Meldungen zeigten sich Aktionäre in der Vergangenheit immer wieder verschnupft, zogen sich flugs aus der Aktie zurück.

Negativmeldungen, die den Aktienkurs belasten, kann kein Unternehmen gebrauchen, aber am wenigsten Musk. Schließlich muss er für die Produktion des Massenmodells Model 3 Milliarden investieren - unter anderem über den Verkauf von Tesla-Aktien.

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