Zehntel der Gesamtproduktion betroffen Tesla hat ein Sicherheitsproblem mit 159.000 Autos

Tesla soll 159.000 Autos in die Werkstatt rufen, fordert die US-Verkehrsbehörde. Das ist rund ein Zehntel aller bislang produzierten Tesla. Durch Probleme am Bordcomputer fielen etliche Funktionen teilweise oder ganz aus - auch der Autopilot.
Model X: Auch Versionen des geländegängigen Elektro-SUV aus den Jahren 2016 bis 2018 soll Tesla zurückrufen

Model X: Auch Versionen des geländegängigen Elektro-SUV aus den Jahren 2016 bis 2018 soll Tesla zurückrufen

Foto: REUTERS

Bei Modellen des führenden Elektroautobauers Tesla sind in den USA Probleme in der Sicherheitstechnologie festgestellt worden. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA forderte den Elektroauto-Hersteller deshalb am Mittwoch in einem Brief auf , 158.716 Wagen zurückzuordern. Die Behörde hat bei diesen Autos einen Defekt am Bordcomputer entdeckt. In dessen Folge fielen zahlreiche technische Features aus, auch Sicherheitseinrichtungen funktionierten nicht richtig, heißt es in dem Brief. 

Laut CNBC  hatten sich zuvor zahlreiche Fahrer über Probleme mit dem großen Touchscreen beschwert, die offenbar zu dem Verlust der sicherheitsrelevanten Funktionen geführt haben.

Betroffen von dem Defekt sind laut NHTSA die Limousinen des Modells S aus den 2012 bis 2018 sowie geländegängige Wagen des Model X aus den Jahren 2016 bis 2018. Tesla ist nicht verpflichtet, der Aufforderung der Behörde nachzukommen. Will das Unternehmen die Wagen nicht zurückrufen, muss es der NHTSA aber eine Begründung vorlegen.

Diverse Funktionen fielen aus - offenbar auch der Autopilot

Der angeordnete Rückruf würde in etwa 10 Prozent aller Autos ausmachen, die Tesla insgesamt bis Ende vergangenen Jahres produziert hat. Tesla meldete im März 2020 sein millionstes Elektrofahrzeug, wie Konzernchef Elon Musk seinerzeit twitterte. In den vergangenen drei Quartalen des Jahres 2020 hatte Tesla rund 400.000 zusätzliche Elektroautos produziert.

manager-magazin.de

Besitzer betroffener Tesla-Fahrzeuge berichteten laut CNBC, dass das Display ihrer Media Control Units (MCU) manchmal ganz oder teilweise ausfiel. Die Touchscreen-Probleme beeinträchtigten die Möglichkeit, die Heizung, die Klimaanlage und die Entfrostungssysteme in ihren Fahrzeugen zu nutzen oder die Rückfahrkameras und die Autopilot-Funktionen beim Einparken und Fahren zu verwenden.

Besonders ältere Fahrzeuge von defektem Bordcomputer betroffen

Dem Bericht zufolge betrug die Ausfallrate der Media Control Unit rund 17 Prozent bei älteren Tesla Model S-Fahrzeugen (2012 bis 2015) und bis zu 4 Prozent der Fahrzeuge, die Tesla zwischen 2016 bis 2018 hergestellt hatte. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde erwarte, dass die MCU-Ausfälle zunehmen, je älter die Autos werden und je länger sie in Gebrauch sind.

Tesla soll laut CNBC eine "Garantieerweiterung" angeboten haben, um die über den Defekt aufgebrachten Kunden zu beruhigen. Die Rückruf-Aufforderung durch die Aufsichtsbehörde kommt für Tesla zur Unzeit: Die Aktien  von Tesla haben in den vergangenen Monaten an der Börse einen enormen Lauf gehabt und Großaktionär Tesla-Chef Elon Musk zwischenzeitlich zum reichsten Mann der Welt gemacht. Tesla ist an der Börse mehr wert als die Konkurrenten General Motors, Ford, Toyota, Honda, Fiat Chrysler und Volkswagen zusammen.

rei
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.