Funktionen fallen aus Tesla-Touchscreen-Problem ein Fall für die Kfz-Aufseher

Teslas Technik bleibt anfällig. Jetzt beschäftigen mögliche Sicherheitsprobleme, die von einem großen Touchscreen ausgehen, auch das Kraftfahrtbundesamt. Sie sollen unter anderem den "Autopiloten" beeinträchtigen.
Je älter desto anfälliger: Touchscreen in Model X

Je älter desto anfälliger: Touchscreen in Model X

Foto: Sjoerd van der Wal / Getty Images

Tesla ringt auf dem Weg zum Massenhersteller weiter mit technischen Problemen. Nachdem die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA den E-Autobauer wegen möglicher Sicherheitsrisiken zum größten Rückruf in seiner noch jungen Geschichte aufgefordert hat, hakt nun auch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach. Die Behörde hat Tesla aufgefordert, Informationen zu berichteten Problemen mit dem Touchscreen in der Mittelkonsole von verschiedenen Modellreihen offenzulegen.

Das KBA stehe mit der NHTSA im Kontakt und prüfe ihrerseits mögliche Sicherheitsprobleme der Modelle Model S und Model X, zitierte die "Bild am Sonntag" einen KBA-Sprecher. Von einem möglichen Rückruf, wie ihn die NHTSA für rund 159.000 Tesla angeordnet hat, ist dem Bericht zufolge nicht die Rede. Tesla ist indes nicht verpflichtet, der Aufforderung der US-Behörde nachzukommen, muss in diesem Falle der NHTSA aber eine gute Begründung vorlegen, heißt es.

Tesla bietet bestimmten Kunden Garantieerweiterung an

Laut US-Medienberichten hatten sich vor dem Massenrückruf in den USA zahlreiche Fahrer über Probleme mit dem großen Touchscreen beschwert. Diese hätten offenbar auch zum teilweisen oder gänzlichen Verlust von sicherheitsrelevanten Funktionen wie Rückfahrkameras und Autopilot geführt. Seit Ende vergangenen Jahres bietet Tesla zumindest einem Teil betroffener Kunden eine Garantieverlängerung auf acht Jahre oder 160.000 gefahrene Kilometer für Fahrzeuge an, die vor März 2018 gebaut wurden.

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Anfragen deutscher Medien zu den Technik-Problemen beantwortete Tesla bislang nicht. Auf seiner Internetseite schreibt das  Unternehmen: "Uns ist bekannt, dass diese Komponente aufgrund von Verschleiß versagen kann. In diesem Fall könnte dies zu einem leeren oder zeitweise leeren Touchscreen oder einer Warnung führen, die meldet, dass ein Speichergerät beeinträchtigt ist und der Service kontaktiert werden sollte." Dies habe aber "keinen Einfluss auf die Basisfunktionalität und Steuerbarkeit der Fahrzeuge". Unfälle in diesem Zusammenhang seien dem Autobauer bislang nicht bekannt.

Touchscreen kann zur juristischen Falle werden

Touchscreens verdrängen immer öfter Steuerungselemente wie Knöpfe oder Hebel im Auto. Was viele Nutzer offenbar nicht wissen: In Deutschland kann die Nutzung eines Touchscreens im Auto unter das sogenannte Handyverbot fallen. In dem verhandelten Fall im Herbst letzten Jahres hatte das Gericht einen Tesla-Fahrer zu einer Geldbuße verurteilt, der während der Fahrt über seinen Touchscreen das Intervall seines Scheibenwischers verändern wollte und dann einen folgenschweren Unfall baute .

rei
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