Elektroauto-Pionier hält Zeitplan für "Model 3" Tesla schafft erstmals seit drei Jahren Gewinn

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Der chronisch defizitäre Elektroautobauer Tesla hat im dritten Quartal überraschend schwarze Zahlen geschrieben. Das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk verdiente unter dem Strich 21,9 Millionen Dollar (20,0 Mio Euro), wie es am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 293,2 Millionen Dollar angefallen. Es war erst der zweite Quartalsgewinn seit dem Börsengang 2010. Auch das Schlussquartal soll mit einem Überschuss beendet werden.

Für Musk und Tesla sind das nach Monaten der Horrormeldungen über Unfälle mit von Autopiloten gesteuerten Modellen des US-Herstellers erstmals wieder positive Meldungen. Die Erlöse kletterten im dritten Quartal um 145 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit schlechteren Zahlen gerechnet - die Tesla-Aktie stieg nachbörslich zunächst um mehr als sechs Prozent.

Tesla bekräftigte zudem das Ziel, in der zweiten Jahreshälfte 50 000 Fahrzeuge auszuliefern. Im vierten Quartal sollen trotz Winterwetters und Feriensaison etwas mehr als 25 000 Wagen an die Kundschaft gebracht werden.

Aktie steigt um 6 Prozent

Im dritten Quartal lieferte Tesla 24 821 Fahrzeuge aus - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Der mit Abstand größte Teil davon entfällt nach wie vor auf die batteriebetriebene Luxus-Limousine "Model S", doch mit 8774 Auslieferungen kommt langsam auch der Vertrieb des seit rund einem Jahr verkauften Elektro-SUV "Model X" in Gang. Teslas große Zukunftswette ist jedoch - neben einer gigantischen Batteriefabrik aus der künftig mal die Akkus für die E-Autos kommen sollen - das "Model 3". Ein Mittelklasseauto, das in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf den Markt kommen soll.

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Dieses erste Angebot für den Massenmarkt aus dem Hause Tesla hat in den vergangenen Monaten einen regelrechten Hype verursacht - es sind bereits Hunderttausende Vorbestellungen eingegangen. Damit ist allerdings auch der Druck hoch, die ambitionierten Lieferversprechen zu erfüllen; zumal das der Musk-Firma in der Vergangenheit nicht immer gelungen ist. "Wir bleiben im Plan, was Timing, Volumen, Fahrzeugeigenschaften, Preissetzung und angestrebte Gewinnspannen angeht", ließ Musk nun verkünden.

Um seine ehrgeizigen Pläne einhalten zu können, muss Musk die Tesla-Produktion massiv ausweiten. Im dritten Quartal wurden 25 185 Autos gefertigt, das waren 37 Prozent mehr als im Vorquartal und 92 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das beeindruckende Wachstum ist aber auch nötig, denn Musk hat sich vorgenommen, mit Tesla schon 2018 über 500 000 Elektroautos pro Jahr zu produzieren. 2020 soll die Millionenmarke geknackt werden. Im vergangenen Jahr lieferte Tesla erst gut 50 000 Wagen aus.

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