Sonntag, 15. Dezember 2019

Rostgefahr bei Schrauben von Bosch Tesla ruft 123.000 seiner Vorzeige-Autos zurück

Tesla-Chef Elon Musk

Der Elektroautohersteller Tesla beordert weltweit 123.000 Autos vom Typ Model S in die Werkstätten. Der Grund: rostanfällige Schrauben an der Servolenkung. Diese kommen vom deutschen Zulieferer Bosch.

Der Elektroauto-Pionier Tesla Börsen-Chart zeigen muss einen Großteil seines meistverkauften Fahrzeugs Model S in die Werkstätten rufen. Bei 123.000 Fahrzeugen könne es zu starker Rostbildung an Schrauben der Servolenkung kommen, teilte der Konzern mit. Deshalb müssten diese Komponenten ausgetauscht werden.

Es ist der bislang größte Rückruf der Firma von Tech-Milliardär Elon Musk. Tesla-Aktien verloren angesichts der Nachricht nachbörslich rund 3,5 Prozent.

Die Schrauben stammen vom deutschen Zulieferer Bosch. Demnach habe der Hersteller festgestellt, dass es in Regionen, in denen auf Straßen gegen Schnee und Eis viel Salz gestreut wird, zu starker Korrosion bestimmter Schrauben kommen könne, die zu einer Beeinträchtigung der Servolenkung führe.

Es bestehe für die Kunden aber kein akutes Risiko, die Wagen könnten bis zur Reparatur gefahrlos weitergefahren werden, teilte Tesla mit. Die Lenkfähigkeit des Autos sei nicht gefährdet. Für das Lenken sei lediglich mehr Kraft nötig, weil die Servolenkung ausfallen oder eingeschränkt werden könne. Der Austausch der Schrauben dauere rund eine Stunde.

Laut dem Unternehmen sind keine Verletzungen oder Unfälle in Verbindung mit dem Problem bekannt. Das Problem betreffe Fahrzeuge vom Typ Model S, die vor April 2016 gebaut worden seien, teilte Tesla mit. Man beordere die Autos vorsichtshalber und auf freiwilliger Basis in die Werkstätten.

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Bild: REUTERS

Zuletzt hatte Tesla mit dem Model S in Deutschland Probleme bei der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hatte das Model S im Dezember von der Liste der zu fördernden Fahrzeuge gestrichen. Begründung: Das Fahrzeug sei für unter 60.000 Euro am Markt gar nicht erhältlich, damit sei die Höchstgrenze für die Förderung überschritten. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Bafa das Model S doch wieder auf die Liste nimmt. Tesla konnte demnach nachweisen, dass ein Basismodell doch zu einem Preis von unter 60.000 Euro verfügbar sei. Die Förderung von 4000 Euro wird je zur Hälfte vom Hersteller und vom Staat getragen.

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Bild: AP / Wochit

Tesla Börsen-Chart zeigen steht derzeit an der Börse unter Druck: Das Unternehmen will mit dem Mittelklassewagen Model 3 in die Massenproduktion einsteigen, tut sich aber schwer damit. Zudem wurde jüngst bekannt, dass die US-Behörde für Transportsicherheit einen weiteren tödlichen Unfall mit einem Tesla-Auto untersucht.

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