Montag, 18. November 2019

"2017 ohne Handgriff von Los Angeles nach New York" Tesla rüstet alle Autos fürs selbstständige Fahren aus

Tesla Model S

Beim Thema autonomes Fahren gab es für Tesla zuletzt manchen Rückschlag - doch nun sucht der kalifornische Elektroauto-Hersteller sein Heil in der Offensive.

Das Unternehmen werde als erstes der Branche alle seine neuen Fahrzeuge mit der nötigen Technik für komplett autonomes Fahren ausrüsten, erklärte Tesla-Chef Elon Musk in der Nacht zum Donnerstag. Die Software dazu solle später schrittweise freigeschaltet werden. Bis Ende kommenden Jahres solle es zum Beispiel möglich sein, von Los Angeles nach New York gefahren zu werden, ohne auch nur einen Handgriff machen zu müssen, sagte er zum Zeitplan.

Alle Tesla-Fahrzeuge bekämen nun acht Kameras statt bisher einer, Ultraschall- und Radar-Sensoren mit höherer Reichweite und Auflösung sowie 40 Mal mehr Rechenleistung im Computer, sagte Musk. Wer die Hardware fürs autonome Fahren aktiviert, soll dafür 8000 Dollar zahlen.

Voll funktionsfähig wird das System allerdings nicht von Anfang an sein, gestand Musk ein. Die Einführung der Software werde von lokalen Regeln abhängen. So hoffe er, dass es in den USA keinen Flickenteppich verschiedener Vorschriften von Bundesstaat zu Bundesstaat geben werde. Zudem werde die Software zunächst nur im Hintergrund laufen um zu lernen. Nach und nach werde sie dann freigeschaltet.

Die Software zum autonomen Fahren soll im sogenannten "Schatten-Modus" dazulernen. Dabei werde der Computer - während der Mensch fährt - im Hintergrund die Verkehrssituation analysieren, sagte Musk.

Damit würden Autofahrer möglicherweise die Katze im Sack kaufen, kritisierte Autoexpertin Jessica Caldwell vom Händler Edmunds.com. Wenn alle Geräte eines Tages tatsächlich zum Einsatz kämen, wären sie möglicherweise wieder veraltet. Ein potenziell autonom fahrender Tesla sei ein "Mode-Kauf".

Das für 2017 angekündigte günstigere Fahrzeug Model 3 werde ebenfalls über das Technik-Paket verfügen, sagte Musk. Bisher verkaufte Teslas könnten allerdings nicht nachgerüstet werden. "Ich wünschte, man könnte es anders machen" - aber wegen der engen Integration sei das so unrealistisch wie jemandem eine Wirbelsäule zu transplantieren, sagte Musk.

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