Amazon-Lieferwagen Auch Tesla-Jäger Rivian könnte Fabrik in Deutschland bauen

Der Bau der Tesla-Gigafactory nahe Berlin stockt. Insider sprechen von einer "massiven Verspätung". Jetzt greift möglicherweise Rivale Rivian Tesla mit einer eigenen Fabrik mitten in Deutschland an.
Kommt Rivian nach Deutschland? Der Gründer und Chef des US-Elektroautobauers, RJ Scaringe, hat das Drehbuch zum Erfolg fest im Kopf

Kommt Rivian nach Deutschland? Der Gründer und Chef des US-Elektroautobauers, RJ Scaringe, hat das Drehbuch zum Erfolg fest im Kopf

Foto: Carlos Delgado/ AP

Tesla hat in Grünheide bekanntlich Großes vor: Doch der Ausbau der Fabrik, die künftig 500.000 Elektroautos pro Jahr ausliefern und zugleich weltgrößte Batteriefabrik werden soll, stockt offenbar gehörig. Insider sprechen laut "Automobilwoche"  von einer "massiven Verspätung" sowohl für das Auto- als auch das geplante Batteriewerk. Fünf Monate vor geplantem Produktionsstart fehlten noch entscheidende Gebäudeteile, der Bauantrag für die Akkuproduktion beim Landesamt sei noch nicht gestellt. Laut "Business Insider"  seien noch nicht einmal die unterirdischen Strom- und Wasserleitungen gelegt.

Das Déjà-vu des Pannen-Flughafens Berlin Brandenburg (BER) drängt sich auf. So weit aber wird es Tesla-Chef Elon Musk nicht kommen lassen. Denn mit Rivian sitzt ihm ein angriffslustiger und kapitalkräftiger Verfolger im Nacken, der nicht nur einen milliardenschweren Börsengang anstrebt. Der US-Elektroautobauer will ebenso wie Tesla eine Fabrik in Europa bauen. Deutschland gilt dabei neben Großbritannien oder Ungarn als einer von mehreren möglichen Standorten, berichtet Bloomberg  unter Berufung auf Insider.

Dem Bericht zufolge habe Rivian den Immobilienspezialisten Jones Lang Lasalle (JLL) mit der Suche beauftragt. In der Fabrik wolle Rivian zunächst Lieferwagen für den Logistik-Riesen Amazon produzieren und später dann auch Personenkraftwagen. Mit der Herstellung der Transporter hoffe Rivian bereits 2022 beginnen zu können. Deutschland hat ein großes Interesse, Investitionen für neue Technologie und den Elektroautobau ins Land zu holen. Berichten zufolge fördert der Staat die Fabrik in Grünheide mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Das Elektroauto-Start-up Rivian gilt unter Experten als ein ernst zu nehmender Wettbewerber von Tesla. Denn zum einen hat das Unternehmen bereits einen Großauftrag über 100.000 elektrische Lieferwagen seines Anteilseigners Amazon in den Büchern stehen. Zum anderen hat Rivian bereits zwei Pkw-Modelle am Start. Die Produktion und Auslieferung des R1T Pickup soll im Juni beginnen, der R1S SUV soll im August folgen - ein Segment, in dem auch Tesla punkten will.

Mit den bestellten Elektrotransportern will sich Amazon unabhängiger machen von Logistik-Riesen wie UPS und DHL und zugleich seinem Ziel, die Hälfte seiner Sendungen bis 2030 ohne Treibhausgasemissionen auszuliefern, ein gutes Stück näherkommen. Für die von Rivian gebauten Lieferwagen sind drei Varianten mit unterschiedlichen Kabinenstilen und Größen geplant, sie sollen bis zu 240 Kilometer vollelektrisch fahren können.

rei
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