Rekordgewinn Tesla schlägt alle Erwartungen

Der US-Konzern feiert 2021 als "Jahr des Durchbruchs". Nach den überraschend hohen Auslieferungszahlen übertreffen auch Umsatz und Gewinn die Erwartungen – doch über den Zahlen liegt auch ein Schatten: die anhaltende Chipkrise.
Vergütung von 245 Millionen Dollar: Tesla-Chef Elon Musk hat ein gutes Quartal hinter sich

Vergütung von 245 Millionen Dollar: Tesla-Chef Elon Musk hat ein gutes Quartal hinter sich

Foto: ALY SONG / REUTERS

Trotz der globalen Chipkrise und Problemen in den Lieferketten hat der US-Elektroautobauer Tesla 2021 so viel verdient wie noch nie zuvor in einem Geschäftsjahr. Unterm Strich verbuchte der Konzern nach eigenen Angaben vom Mittwoch einen Gewinn von 5,5 Milliarden US-Dollar (4,9 Milliarden Euro) und damit 665 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erlöse kletterten um 71 Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar, wie Tesla am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Austin mitteilte. Damit übertraf der US-Konzern einmal mehr die Erwartungen der Analysten.

In der Mitteilung bezeichnete das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk (50) das Jahr 2021 als "Jahr des Durchbruchs für Tesla". Es gebe nun keine Zweifel mehr an der Profitabilität von Elektroautos. Tesla hatte lange Zeit rote Zahlen geschrieben und erst 2020 seinen ersten Jahresgewinn seit der Firmengründung 2003 verbucht. Inzwischen verdient der Konzern gut: Die operative Marge liegt mit 12,1 Prozent höher als zuletzt bei den anderen großen Autobauern.

Im vierten Quartal stieg der Überschuss auf 2,3 Milliarden Dollar; den Umsatz erhöhte Tesla in den drei Monaten bis Ende Dezember auf 17,7 Milliarden Dollar – die Analysten hatten laut des Datendienstleisters Refinitiv nur mit 16,5 Milliarden Dollar gerechnet. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen klar.

CEO Elon Musk erhielt für das Quartal eine Vergütung von 245 Millionen Dollar. Er hatte wichtige Meilensteine seiner erfolgsabhängigen Vergütungsvereinbarung erreicht. Im Laufe des Jahres 2022 kann das noch deutlich mehr werden.

Die Investoren allerdings reagierten verhalten. Die Aktie verzeichnete nachbörslich zunächst deutliche Kursabschläge. Tesla warnte im Quartalsbericht, dass die weltweite Halbleiterknappheit anhalten könnten. "Unsere eigenen Fabriken laufen seit mehreren Quartalen unter ihrer Kapazität, da die Lieferkette der wichtigste limitierende Faktor ist, was sich wahrscheinlich bis 2022 fortsetzen wird", so Tesla in einer Erklärung. Dies dürfe die Produktion belasten und es dem Unternehmen erschweren, in seinen Werken die volle Kapazität zu erreichen.

2021 hatte Tesla mehr als 936.000 Autos ausgeliefert, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. In der neuen Fabrik in Austin/Texas werde seit Ende 2021 das Model Y produziert, allerdings fehle noch die endgültige Genehmigung. Zur neuen Fabrik in Grünheide  gab es zunächst keine Neuigkeiten, auch hier wartet der Konzern auf die Genehmigung der Behörden.

lhy/dpa