Produktion gestartet Tesla liefert ersten Elektro-Sattelschlepper an Pepsi

Vor knapp fünf Jahren stellte Elon Musk den Prototypen des Elektrosattelschleppers Tesla Semi vor. Mehrfach verzögerte sich der Produktionsbeginn. Bis Jahresende sollen nun die ersten E-Trucks ausgeliefert sein.
Lange ist es her: Elon Musk stellt Mitte November 2017 den "Tesla Semi" vor

Lange ist es her: Elon Musk stellt Mitte November 2017 den "Tesla Semi" vor

Foto: TESLA / imago/UPI Photo

Teslas um Jahre verzögerter Elektro-Sattelschlepper ist laut Firmenchef Elon Musk (51) nun in die Produktion gegangen. Am 1. Dezember sollen erste Fahrzeuge an den Getränke- und Lebensmittelriesen Pepsi ausgeliefert werden, wie Musk in der Nacht zum Freitag bei Twitter ankündigte. Stückzahlen wurden zunächst nicht bekannt. Es handele sich dabei um die Version mit rund 800 Kilometern Reichweite, schrieb er.

Der Sattelschlepper Tesla Semi wurde von Musk Ende 2017 vorgestellt und die Produktion damals für 2019 in Aussicht gestellt. Danach zog es Tesla allerdings vor, die vorhandenen Kapazitäten in der Batterie-Produktion für Personenwagen wie Model 3 und Model Y zu verwenden. Musk hatte im August erste Auslieferungen bis Jahresende angekündigt. Nach seinen früheren Äußerungen wurde die Produktion für das kommende Jahr erwartet.

Tesla verspricht mit dem Semi geringere Kosten als beim Betrieb herkömmlicher Diesel-Lastwagen, unter anderem durch günstigen Strom an seinen speziellen Schnellladestationen in den USA sowie eine einfachere Wartung. Unter den Interessenten sind Logistik-Dienste wie Fedex , DHL und UPS sowie der Supermarkt-Riese Walmart. Es soll auch eine Ausführung mit einer Reichweite von rund 480 Kilometern geben.

Die Unternehmensberater von PWC vertraten kürzlich in einer Studie die Einschätzung, dass Elektrolastwagen in einem Jahrzehnt den Markt beherrschen werden. Schon 2030 seien E-Lastwagen bei den Gesamtkosten etwa 30 Prozent günstiger als Diesel-Lkw, schrieben die Branchenexperten. Dann werde jeder dritte neue Lastwagen in Europa, Nordamerika und China elektrisch fahren. "Bis 2035 wird ihr Anteil in diesen Märkten bei den Neuzulassungen auf über 70 Prozent steigen."

Um E-Lastwagen zum Durchbruch zu verhelfen, müsste allerdings massiv in ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen und Wasserstoff-Tankstellen investiert werden. Die Experten bezifferten den Aufwand auf allein für Europa auf 36 Milliarden Euro.

Ob sich rein Batterie-elektrisch Lastwagen gegenüber denen mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen durchsetzen werden, da wollte sich die Studie nicht festlegen. Daimler Truck setzt auf beide Varianten und testet erste Fahrzeuge bereits auf deutschen Straßen. Ganze Testflotten mit Wasserstoff-Lkw sollen Mitte des Jahrzehnts auf den Markt kommen und ab 2025 bei Kunden erprobt werden. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts soll der Brennstoffzellen-Lkw dann in Serie gehen, wie der Hersteller unlängst berichtete. Der Onlinehändler Amazon will in Deutschland bis Jahresende die ersten 20 schweren Elektro-Lkw im Frachtverkehr einsetzen. Volvo liefert die Vierzigtonner, sie sollen von Düsseldorf und Dortmund aus eingesetzt werden.

rei/dpa-afx
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