Sonntag, 15. Dezember 2019

Elon Musks P100D-Modelle setzen Porsche und Co. unter Druck Geht den deutschen Tesla-Fightern schon vor dem Start die Kraft aus?

Elektromobilität: Deutsche Autobauer erhöhen das Tempo für ihre Tesla-Fighter
Porsche

3. Teil: In diesen Bereichen können die Deutschen Tesla schlagen

Doch allem Vorsprung von Tesla zum Trotz ist ein Siegeszug der Kalifornier bei den E-Autos keinesfalls sicher. Auch wenn die Wagen derzeit so rasant beschleunigen und so weit fahren wie keine anderen - in anderen Bereichen könnten die Deutschen punkten.

Die neuen Spitzenwerte erreiche Tesla ohnehin nur mit einem happigen Aufpreis, stellte beispielsweise US-Experte Karl Brauer vom Fachportal "Kelley Blue Book" heraus. Für die zusätzlich geforderten 20.000 Dollar könnten Autofahrer immerhin ein vollwertiges Fahrzeug kaufen.

Model S und Model X kosten in der leistungsfähigsten Ausführung je gut 150.000 Euro. Zu diesem Preis müssten Audi und Co. mithilfe der Zulieferer zumindest ein ähnlich attraktives Elektroauto auf die Beine stellen können, das eigene Akzente in Sachen Fortschritt setzt.

Während Teslas Vorsprung bei Beschleunigung und Reichweite schwer aufholbar erscheint, sieht es in anderen Bereichen tatsächlich besser für die Deutschen aus. Eine Chance auf die Pole Position haben die Tesla-Fighter beispielsweise beim Nachladen unterwegs. Tesla hat die Leistung einiger seiner Supercharger-Säulen gerade auf 145 Kilowatt erhöht. Damit lassen sich in einer halben Stunde etwa 275 Kilometer Reichweite nachtanken.

Schon zeigt sich mancher deutscher Automanager angriffslustig

Audi will für seinen E-Tron Quattro 150 Kilowatt anbieten. Porsche geht offenbar noch deutlich weiter - bereits in 15 Minuten soll Saft für weitere 400 Kilometer im Speicher des Mission E sein. Dafür statten die Stuttgarter das Auto mit einer neuen 800-Volt-Technik aus.

Dass die deutschen Hersteller sich bisher wenig um die Ladeinfrastruktur gekümmert haben, kann sich mittelfristig sogar als Vorteil erweisen. In diesem Bereich könnten sie Tesla mit einem Schlag überholen. Ein Netz von nagelneuen 300-Kilowatt-Säulen würde Teslas Supercharger-Netz in den Schatten stellen.

Auch beim induktiven, also kabellosen Laden lässt der Durchbruch bisher auf sich warten. Und vielleicht schlagen die Deutschen Tesla mittelfristig ja auch in der Kategorie Zuverlässigkeit.

Schon zeigt sich mancher deutscher Automanager angriffslustig, vor allem Volkswagen erhöht das Tempo. Bis 2020 sollen 20 neue Elektromodelle an den Start gehen. Von bis zu 600 Kilometern Reichweite sprach zuletzt Markenchef Herbert Diess mit Blick auf ein Konzeptfahrzeug, das der Konzern im September in Paris vorstellen will.

Diess nimmt den Mund also sehr voll. Doch das kann durchaus Teil eines Erfolgsrezepts sein - wie nicht zuletzt Tesla-Chef Elon Musk immer wieder beweist.

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